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Diabetologie 14. Dezember 2015

Diabetes nach der Geburt?

Einfacher und präziser Test kann das Risiko für Frauen vorhersagen.

Bleibt der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt? Ein Risikotest soll Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit geben.

Schwangere mit Gestationsdiabetes (GDM) haben ein erhöhtes Risiko, nach der Geburt ihres Kindes an einem Diabetes zu erkranken. Doch nicht alle Frauen mit GDM sind in demselben Maße gefährdet. Forscher haben deshalb einen Score entwickelt, mit dem sich das Risiko für einen Postpartum-Diabetes präzise und einfach vorhersagen lässt. Bei der Erstellung des Scores zogen die Autoren um Maike Köhler vom Helmholtz Zentrum München Daten der deutschen GDM-Studie heran, in der 257 GDM-Patientinnen nach Entbindung 20 Jahre lang beobachtet worden waren; 110 Frauen hatten einen Diabetes entwickelt. In einem ersten Testlauf mit 171 Frauen wählten die Forscher jene Parameter aus, die das Risiko am besten vorhersagen konnten (mithilfe des „Least Absolute Shrinkage and Selection Operator“ LASSO-Schätzers) und entwickelten ein Punktesystem (Acta Diabetol 2015, online 19. Oktober).

Als gute Prädiktoren erwiesen sich dabei der BMI in der frühen Schwangerschaft (Punktzahl: 5 × BMI), eine Therapie des GDM mit Insulin (+132), eine familiäre Vorbelastung (+44) und Stillen, das sich als einziger Faktor positiv auf das Diabetesrisiko auswirkt (-35).

Diesen Score teilten die Forscher in vier Kategorien ein: bis 140 (geringes Risiko), 141-220 (mittleres Risiko), 221-300 (hohes Risiko) und über 300 (sehr hohes Risiko). Für Frauen mit niedrigen Scores errechneten sie ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb von fünf Jahren an Diabetes zu erkranken, bei einem mittleren Score wäre die Wahrscheinlichkeit um 31 Prozent erhöht, bei hohen und sehr hohen Werten um 60 und 90 Prozent.

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