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Diabetologie 20. November 2015

Was Diabetiker essen dürfen und sollen

Expertenbericht: Mischkost, Mittelmeerdiät und vegetarische Gerichte.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Von der europäischen wie auch der deutschen Diabetes-Gesellschaft wird eine fettreduzierte, ausgewogene Mischkost empfohlen. Aber es gibt auch Alternativen. Somit entsteht mehr Spielraum, und es können auch die jeweiligen Vorlieben und Wünsche der Patienten berücksichtigt werden.

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine weit verbreitete chronische Erkrankung, die in hohem Maße ernährungsmitbedingt ist. Besonders bedeutsam sind dabei Übergewicht und Adipositas, die als entscheidende Schrittmacher für die Entwicklung dieser Krankheit sowie deren Verlauf anzusehen sind. Allerdings ist eine genetische Prädisposition notwendig, die v. a. die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen betrifft. Sind diese nicht mehr in der Lage, die ernährungs- und adipositasbedingte Insulinresistenz durch eine gesteigerte Insulinsekretion zu kompensieren, kommt es zur Manifestation der Krankheit. Es gibt Hinweise, dass zum Diagnosezeitpunkt bereits die Hälfte der Betazellen nicht mehr funktionstüchtig bzw. verloren gegangen ist.

Vor diesem Hintergrund kommt der Lebensstiländerung und insbesondere der Ernährungstherapie sowohl bei der Prävention als auch der Behandlung des Typ-2-Diabetes eine zentrale Bedeutung zu. Dies wird auch in den Therapieempfehlungen entsprechend berücksichtigt. Ernährungsumstellung und moderate Gewichtsabnahme sind die ersten sinnvollen Therapiemaßnahmen und Basis jeder späteren Pharmakotherapie. Die Ernährungstherapie dient auch dazu, das gleichzeitig bestehende erhöhte kardiovaskuläre Risiko zu senken.

Im Hinblick auf die Ernährungstherapie gab es in den letzten Jahren eine Fülle von Studien, in denen neue Möglichkeiten für eine diabetesgerechte Ernährung geprüft wurden. Der damit gewonnene breitere Korridor von Ernährungsempfehlungen erhöht den Freiheitsgrad, mit dem Ärzte und Patienten gemeinsam ein im Einzelfall wirksames und akzeptables Konzept finden können. Dies ist auch deshalb wichtig, weil sich die Ernährungstherapie an den Möglichkeiten und Wünschen der betroffenen Menschen orientieren sollte, um die Umsetzung im Alltag zu erleichtern. Neben den klassischen Empfehlungen für eine fettreduzierte, ausgewogene Mischkost gibt es gleichwertige Optionen.

Möglichkeiten für eine diabetesgerechte Ernährung:

• Fettreduzierte und vor allem ausgewogene Mischkost

• Mäßig kohlenhydratbegrenzte Mischkost

• Mittelmeerkost

• Vegetarische Ernährung

Die aktuell gültigen Ernährungsempfehlungen bei Diabetes mellitus Typ 2 (Empfehlungen der Diabetes and Nutrition Study Group der Europäischen Diabetes-Gesellschaft, EASD, und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, DDG) sehen eine energieangepasste, kohlenhydratbetonte Ernährung mit einer Reduzierung und Modifizierung der Fettzufuhr vor.

Auswirkungen einer kohlenhydratarmen Ernährung:

• Senkung der Triglyzeridspiegel

• Senkung des Blutzuckers

• Senkung der Insulinspiegel

• Erhöhung des Serumcholesterins und des LDL-Cholesterins

• Verringerung der Ballaststoffzufuhr

Der Originalartikel „Was Diabetiker essen sollen“ ist erschienen in der „Münchener Medizinischen Wochenschrift“ 18/2015, DOI 10.1007/s15006-015-3671-4, © Springer Verlag.

Die gesammelten Literaturhinweise zu diesem Artikel finden Sie auf www.springermedizin.at

Christine Leicht und Hans Hauner, Ärzte Woche 47/2015

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