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Diabetologie 10. Juni 2014

Was Diabetesspürhunde wirklich können

Leistungen der Vierbeiner noch überschätzt.

Seit einiger Zeit werden in Deutschland Ausbildungen zum Diabetesspürhund angeboten, die bei Patienten eine drohende Unterzuckerung wahrnehmen sollen. Die Deutsche Diabetes-Hilfe warnt jedoch, dass es derzeit noch keine wissenschaftlichen Nachweise darüber gibt, ob und wie zuverlässig Hunde diese Aufgabe ausüben können.

Derzeit leben über fünf Millionen Hunde als Haustiere in Deutschland. Darunter sind bundesweit mehrere hundert Rettungshunde und etwa 2.000 Vierbeiner als Blindenführhunde im Einsatz. In Deutschland gelten Letztere als „medizinische „Hilfsmittel“. Seit einiger Zeit werden auch Ausbildungen zum Diabetesspürhund angeboten. Entsprechend ausgebildete Hunde sollen Unterzuckerungen ihres Besitzers frühzeitig wahrnehmen und dem Betroffenen anzeigen können. Derzeit gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Nachweise darüber, ob und wie zuverlässig Hunde diese Aufgabe ausüben können. Außerdem fehlen als Grundlage dafür effektive und einheitliche Trainingsverfahren. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam und warnt vor falschen Vorstellungen darüber, was Diabetesspürhunde leisten können.

Diabetesspürhunde sollen bei Menschen mit Diabetes Veränderungen in Schweiß und Atem riechen, die bei vermindertem Zuckergehalt des Bluts entstehen und dies daraufhin sofort durch Anstupsen, Bellen oder Kratzen dem Betroffenen anzeigen. Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe erklärt: „Laut einer ersten kontrollierten Studie aus 2013* waren Hunde nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent in der Lage, allein am Geruch eine Unterzuckerung wahrzunehmen. Offenbar spielen somit beim Erkennen der Unterzuckerung Verhaltensaspekte und die direkte Interaktion zwischen Hund und Patient eine größere Rolle als hypoglykämieassoziierte Gerüche der Haut“. Darüber hinaus fehlen gegenwärtig nicht nur der Wirksamkeitsnachweis, sondern auch effektive und einheitliche Trainingsverfahren, die für die Ausbildung von Diabetesspürhunden Grundlage sein müssten.

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe empfiehlt Menschen mit Diabetes daher, Hilfsmittel zu nutzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist wie etwa die kontinuierliche subkutane Glukosemessung (CGM). Darüber hinaus müsse auch Ziel sein, dass jeder Mensch mit Diabetes seine Hypoglykämien sicher selbst wahrnimmt und sofort reagiert.

* Dehlinger K et al. Diabetes Care 2013 (36): e98-e99) http://bit.ly/1p6qxaH

diabetesDE, Ärzte Woche 24/2014

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