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Diabetologie 29. April 2014

Vergleich der mit einem kontinuierlichen Glukose Monitoring System gemessenen Blutzucker Variabilität bei Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus, die von NPH Insulin auf Insulin Glargin umgestellt wurden

– Die COBIN2 Studie

Grundlagen: Der Grad der Blutzucker Kontrolle wird am Verlässlichsten durch die Kombination der Messung der Glukose Variabilität mit den HbA1c Messungen repräsentiert. Die vorliegende Studie hatte das Ziel, die Blutzucker Variabilität unter Insulin Glargin Therapie mit der unter NPH Insulin bei Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus zu vergleichen. Zur Messung der Variabilität wurde ein kontinuierliches Glukose Monitoring System (KGMS) verwendet. Untersucht wurden Patienten mit einer Therapie mit basalem Insulin und einer gleichbleibenden Dosis von oralen Antidiabetika, die ein HbA1c zwischen 4,5–8,0 % IFCC (6,2–9,4 % DCCT) hatten.

Methodik: Es handelt sich um eine Multicenter prospektive, offene, einarmige Studie an 116 Patienten, die mehr als 2 Monate mit NPH Insulin und Metformin, kombiniert mit Sulfonylurea oder Glinidin behandelt worden waren. Die Glukose Variabilität wurde nach einer 4 wöchigen Phase einer Therapie mit NPH Insulin und nach einer dieser nachfolgenden 12 wöchigen Phase einer Therapie mit Glargin mittels KGMS gemessen, wobei die Fläche unter der jeweiligen Kurve [AUC (mmol/L · h)] einer 72-h Periode erhoben wurde. Unterschiede der unter Glarginin erhobenen AUC zu den unter NPH Insulin ehobenen AUC wurden erhoben, wobei von der AUC einer 24 h Periode die Blutzucker Werte in den Bereichen ≤ 3,3, ≤ 3,9, 7,5–3,9 (ohne Extremwerte), ≥ 7,5, ≥ 10, ≥ 15 mmol/L evaluiert wurden. Die zirkadiane Schwankung des Blutzuckers wurde durch den M Wert (Log-Transformation der Abweichung von einem arbiträrem Standard) bestimmt.

Ergebnisse: Die AUC der Blutzucker Werte im niedrigsten Bereich (≤ 3,3, ≤ 3,9 mmol/L) änderte sich nach Therapie mit Glargin nicht signifikant. Die in den höheren Bereichen (≥ 7,5, ≥ 10, ≥ 15, mmol/L) waren nach dem Ende der Glargin Behandlungsphase signifikant niedriger (p < 0,001 für alle Bereiche). Die AUCs der Blutzucker im Normalbereich (3,9–7,5 mmol/L) war dahingegen nach der Therapie mit Glargin signifikant (p < 0,001) höher. Die mittels des M Wertes erhobenen zirkadianen Schwankungen des Blutzuckers zeigten nach Glargin Behandlung einen signifikanten Abfall (p < 0,003). Es bestanden kein signifkanter Unterschied bezüglich Hypoglykämien (definiert als Blutzucker Wert ≤ 3,3 mmol/L) zwischen den beiden Therapiearten.

Schlussfolgerungen: Diese Studie ist bei ClinicalTrials.gov unter der Nummer NCT00659477 registriert.
Entsprechend der mit KGMS erhobenen Ergebnisse bewirkt das Umsteigen von einer Therapie mit NPH Insulin auf Insulin Glargin mit aktiver Titration ein Absinken der Glukose Werte von abnormal hoch in den normalen Bereich mit weniger Schwankungen und ohne erhöhtes Risiko einer Hypoglykämie.

Denisa Janickova Zdarska, Milan Kvapil, Zdenek Rusavy, Michal Krcma, Jan Broz, Bohumila Krivska, Pavla Kadlecova, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2014

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