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Diabetologie 24. Jänner 2014

Schlafdauer und Diabetes mellitus

Schlafmangel verschlechtert die Insulinsensitivität, zu viel Schlaf tut aber auch nicht gut.

Der Zusammenhang zwischen Schlafmangel und einem erhöhten Diabetes-Risiko wird bereits seit Längerem diskutiert. So macht ein Defizit an Schlaf unseren Körper weniger empfindlich für Insulin und erhöht dadurch die Wahrscheinlichkeit eines chronisch erhöhten Blutzuckerspiegels. Neben zu wenig kann aber auch zu viel Schlaf Stoffwechselstörungen begünstigen, wie eine kürzlich veröffentlichte US-Studie zeigt.

Die von Schlafmedizinern empfohlenen Schlafdauer sollte nicht mehr und nicht weniger als sieben bis neun Stunden betragen – und das aus gutem Grund, wie eine aktuelle Untersuchung belegt.

Forscher untersuchten an rund 55.000 Studienteilnehmern den Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und dem Auftreten chronischer Erkrankungen. Dazu verglichen sie Kurzschläfer (weniger als sechs Stunden) und Langschläfer (mehr als zehn Stunden) mit Normalschläfern (sieben bis neun Stunden). Bei der Auswertung zeigte sich, dass Kurz- und Langschläfer signifikant häufiger Übergewicht, Diabetes und koronare Herzerkrankung aufweisen als Normalschläfer. Die Forscher folgern, dass ein Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und Entstehung chronischer Erkrankungen, wie Diabetes mellitus besteht.

Aktuelle Studien unterstreichen die Relevanz von ausgewogenen Schlafzeiten für das Diabetes-Management. Dies ist auch bei Zeitverschiebungen, wie bei langen Flugreisen oder bei der jährlichen Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit zu beachten. Diese bewirken eine Verschiebung des Tag-/Nachtrhythmus. Der Körper muss sich der veränderten Zeit anpassen und kann mit Müdigkeit und Blutzuckerschwankungen reagieren.

Neben festen Schlafzeiten sollte die abendliche Blutzuckermessung alltägliche Routine sein. Eine gute Blutzuckereinstellung mit einer regelmäßigen und genauen Blutzuckerselbstmessung sowie regelmäßige und feste Schlafzeiten können helfen, die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu steigern.

Quelle: Presseinformation Bayer Health Care

Literatur:

Liu Y et al.: Sleep 2013; 36 (10): 1421–27

Killick R. et al. : Endocr Rev. 2013; 34 (03_Meeting Abstracts):SUN-782

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