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Erste Studie an Patienten mit der Kombination der Inkretine GLP-1 und GIP: Sie erhöht Insulinausschüttung und Sättigungsgrad nach der Mahlzeit.
 
Diabetologie 21. November 2013

Hormon im Doppelpack

Neu entwickeltes Peptid an Mäusen, Ratten und Affen erfolgreich getestet.

Mit einer Kombination aus zwei körpereigenen Hormonen könnten sich manche Patienten mit Diabetes mellitus in Zukunft eventuell effektiver behandeln lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Prof. Dr. Matthias Tschöp, Leiter des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München. Das entwickelte Peptid habe eine verstärkte Ausschüttung von Insulin zur Folge, der Blutzuckerspiegel werde dadurch effektiver gesenkt, berichten die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin Science Translational Medicine.

Ein möglicher Zusatzeffekt in der Therapie des Diabetes mellitus ist, dass der Peptid-Wirkstoff für ein größeres Sättigungsgefühl sorgt und zum Abnehmen beiträgt. An Mäusen, Ratten und Affen ist das Peptid bereits erfolgreich getestet worden, nun hab eine erste kleine Studie mit 53 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 gute Ergebnisse erbracht. Basis der Therapie bilden sogenannte Inkretine. Diese Darmhormone sind dafür verantwortlich, dass nach der Aufnahme von Zucker vermehrt Insulin freigesetzt wird.

Potenzial von GIP nutzen

Bedeutsam sind vor allem die Inkretine GLP-1 und GIP. Bisherige Diabetes-Medikamente zielten vor allem auf das Hormon GLP-1 ab, schreiben die Forscher. Mit dem neuen Wirkstoff werde auch das Potenzial von GIP genutzt. Das Peptid hat strukturelle Gemeinsamkeiten mit beiden Hormonen und dockt daher an den Bindestellen, den sogenannten Rezeptoren, für beide Botenstoffe an.

Medikamentöse Maßanfertigung

„Von der Kombination erhoffen wir uns mehr Effektivität bei der Behandlung von Diabetes und eventuell auch bei Übergewicht“, so Tschöp. „Wir glauben aber, dass es kein einzelnes Medikament geben wird, das bei allen Diabetespatienten optimal wirkt. Deswegen arbeiten wir an einer Reihe von maßgeschneiderten Kombinationen für eine personalisierte Vorbeugung und Therapie des Diabetes.“

Positive Studieneindrücke

In einer Studie zusammen mit Forschern um Richard DiMarchi von der Indiana University in Bloomington (USA) wurde 53 übergewichtigen Patienten mit Typ-2-Diabetes das Mittel sechs Wochen lang gespritzt. Verglichen mit einer unbehandelten Kontrollgruppe schütteten sie mehr Insulin aus und hatten bessere Blutzuckerwerte. Zwar sei manchen Probanden übel geworden, die Nebenwirkung sei aber schwächer ausgefallen als bei bisherigen auf Darmhormonen basierenden Medikamenten, so die Forscher. Auch ein Gewichtsverlust sei registriert worden, die Studiendauer von sechs Wochen sei aber zu kurz für gesicherte Aussagen dazu.

Literatur: Finan, B. et al. (2013). Novel Unimolecular Dual-Incretins Maximize Metabolic Benefits in Rodents, Monkeys, and Humans, Science Translational Medicine

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