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Diabetologie 30. September 2013

Präventiv therapieren?

In manchen Fällen verbleibt ausreichend Zeit für eine vorbeugende Immuntherapie.

Neue Diabetes-Studie Oral Insulin erforscht die Möglichkeiten, die Manifestation eines Diabetes mellitus Typ 1 zu verzögern.

Durch den Nachweis von Inselautoantikörpern kann Typ 1 Diabetes oft schon Jahre vor Ausbruch der Autoimmunerkrankung diagnostiziert werden. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung so langsam, dass ausreichend Zeit bleibt für eine präventive Immuntherapie, wie sie die neue Oral Insulin Studie des Instituts für Diabetesforschung in München bietet. In der vorangehenden DPT-Studie (Diabetes Prevention Trial of Type 1) konnte der Diabetesausbruch über zwölf Jahre hinweg verzögert werden.

Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler und ihr Team vom Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, bieten Verwandten ersten und zweiten Grades von Patienten mit Typ 1 Diabetes im Alter von ein bis 45 Jahren ein kostenloses Risikoscreening an. Damit können unter anderem Personen ermittelt werden, die von einer Präventionsstudie profitieren würden.

Der Vierfach-Autoantikörpertest weist die für die Autoimmunerkrankung typischen Inselautoantikörper nach, die sich gegen wichtige Bausteine des Insulinstoffwechsels in den Betazellen richten. Der Name „Inselautoantikörper“ leitet sich von den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse ab. Dort binden die Inselautoantikörper spezifisch an Antigene der Betazellen und lösen so die Fehlreaktion des Immunsystems aus.

„Insulin-Impfung“

Mit einer Art „Impfung“ soll in der internationalen Oral Insulin Studie verhindert werden, dass das Immunsystem die Betazellen als feindlich einstuft und damit der zerstörerische Angriff auf die Betazellen möglichst lange aufgehalten werden. Die Teilnehmer erhalten Insulin in Form von Kapseln. Oral verabreicht dient das Insulin nicht zur Senkung des Blutzuckers, sondern es soll das Immunsystem positiv beeinflussen. In der vorangehenden DPT-Studie (Diabetes Prevention Trial of Type 1) konnte der Diabetesausbruch über zwölf Jahre hinweg verzögert werden. Die Teilnehmer dieser Studie erhielten orales Insulin in derselben Dosierung wie in der Oral Insulin Studie.

Mit der Oral Insulin Studie untersuchen die Münchner Forscher, ob sich das positive Ergebnis der DPT-Studie an einem ähnlichen Kollektiv bestätigt.

An der Präventionsstudie Oral Insulin können Verwandte von Typ-1-Diabetikern zwischen drei und 45 Jahren teilnehmen, bei denen bereits der Insulin Autoantikörper (IAA) und mindestens ein weiterer Inselautoantikörper vorliegen.

www.diabetestrialnet.org

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