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Diabetologie 30. September 2013

Diät hilft der Niere

Diabetiker können mit Ernährung vorbeugen.

Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig rotem Fleisch verringert bei Typ-2-Diabetikern das Risiko, eine chronische Niereninsuffizienz zu erleiden, bzw. bremst den Fortschritt eines bereits bestehenden Nierenleidens. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der die Medizinische Universität Wien maßgeblich beteiligt ist.

Rund ein Drittel aller Diabetiker leidet an einer Nierenerkrankung. Etwa 600.000 Österreicherinnen und Österreicher haben Diabetes. Die Folgen einer chronischen Niereninsuffizienz können eine Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation notwendig machen. „In der aktuellen Studie haben wir Menschen untersucht, die im Anfangsstadium der Nierenerkrankung stehen oder standen, wir wollten herausfinden, was man tun kann, um die unweigerliche Verschlechterung der Nierenfunktion zu bremsen“, erklärt Daniela Dunkler, Erstautorin der jetzt im Fachmagazin JAMA Int Med publizierten Studie.

Studienergebnisse

Patienten, die sich – bei optimaler medikamentöser Einstellung und medizinischer Betreuung – strikt an die gesunde Diät hielten, konnten ihr Risiko für die chronische Niereninsuffizienz um 26 Prozent drosseln, das Mortalitätsrisiko sank sogar um 39 Prozent.

Für die Diät wurde der „Alternate Healthy Eating Index“ der Harvard School of Public Health verwendet. Diese Ernährungspyramide sieht unter anderem die Verwendung gesunder Öle wie Oliven- oder Rapsöl und den Verzehr von viel Gemüse (ausgenommen Kartoffeln), Obst und Vollkornprodukten sowie von Fisch, weißem Fleisch, Bohnen und Nüssen vor. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass auch geringer Alkoholgenuss mit maximal zwei kleinen Gläsern pro Tag (1/8 Wein oder 1/3 Bier) einen positiven Zusammenhang zeigen kann: Das Niereninsuffizienz-Risiko sank um 25 Prozent, das Mortalitätsrisiko um 31 Prozent. Die gesundheitsfördernden Effekte dieser Alkoholmenge, die noch unter der sogenannten Harmlosigkeitsgrenze liegt, wurden in dieser Studie in einer speziellen Patienten-Gruppe mit Personen über 55 Jahren beobachtet und können nicht verallgemeinert werden, ganz besonders nicht für Jugendliche, das betonte ergänzend Michael Trauner, Leiter der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien.

„Gleichzeitig wurde festgestellt, dass moderater Salz- und Eiweißkonsum keine Auswirkungen auf die Entstehung einer Nierenerkrankung bei Diabetes-Patienten hat“, so der Nephrologe Rainer Oberbauer von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und Seniorautor der Studie.

Die Studie (D. Dunkler et al. JAMA Intern Med. doi:10.1001/jamainternmed.2013.9051) wurde in Zusammenarbeit mit der Universität in Hamilton, Ontario, Kanada, und im Rahmen des europäischen Forschungsnetzwerks gegen Nierenerkrankungen und Hypertonie (SysKid, www.syskid.eu) durchgeführt.

MedUni Wien/KK, Ärzte Woche 40/2013

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