zur Navigation zum Inhalt
 
Diabetologie 29. Mai 2013

Erfolg der Diabetestherapie

Diabetes geht immer mehr Betroffenen immer weniger „an die Nieren“.

Die Zahl der Diabetiker in Österreich steigt, während die Zahl der Patienten mit Nierenschäden als Folge von Diabetes abnimmt. Dies geht aus dem Österreichischen Dialyse- und Transplantationsregister hervor.

Diese Entwicklung resultiert aus der konsequenten und umfassenden Behandlung von Diabetes und dessen Begleiterkrankungen. Eine Abnahme der Nierenersatztherapien führt auch zu einer erheblichen Kostenreduktion. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) fordert daher einen leichteren Zugang für Diabetiker zu neu entwickelten Therapien.

Derzeit sind in Österreich etwa 600.000 Personen an Diabetes erkrankt. Die Zahl der Patienten mit Nierenschäden als Folge von Diabetes hat hingegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Das geht aus dem seit 47 Jahren geführten Österreichischen Dialyse- und Transplantationsregister hervor. Dort werden sämtliche Patientinnen und Patienten Österreichs mit terminaler Niereninsuffizienz erfasst.

Von 2000 bis 2006 betrug der Anteil der Diabetespatienten an den Patienten, die das Stadium der terminalen Niereninsuffizienz erreichten, etwa 33 Prozent. „Damit war der Anteil von Patienten mit Diabetes, die das Stadium der terminalen Niereninsuffizienz erreicht haben, vor allen anderen primären Ursachen für Nierenschädigungen am höchsten. In den folgenden Jahren sank die Zahl und lag 2011 bei 27 Prozent“, erklärt Prof. Dr. Anton Luger, Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der MedUni Wien. 24 Prozent waren Typ-2-Diabetiker, drei Prozent Typ-1-Diabetiker. Diese Erfolge beruhen auf einer konsequenten und umfassenden Behandlung der Diabeteserkrankung und deren Begleiterkrankungen, wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Eine gute Einstellung des Stoffwechsels und eine erfolgreiche Lebensstil-Modifikation wirken sich deutlich positiv auf die Prognose aus.

Geringere Behandlungskosten

Diabetologinnen und Diabetologen tragen ganz wesentlich zu einer verbesserten Lebensqualität der ihnen anvertrauten Patienten bei, aber auch in einem erheblichen Ausmaß zu einer Reduktion der enormen Kosten, die eine Nierenersatztherapie verursacht (andere kostenintensive Sekundärkomplikationen wie Amputationen, Blindheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hier nicht erwähnt). Vor diesem Hintergrund wäre es seitens des Gesundheitssystems auch wichtig, Patienten den Zugang zu neu entwickelten Therapien zu erleichtern, betont die Österreichische Diabetes Gesellschaft.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben