zur Navigation zum Inhalt
Trockenobst enthält besonders viel Fructose.
 
Diabetologie 24. Jänner 2013

Schon 80g sind zu viel

Fruchtzucker verschlechtert das Lipidprofil.

Schon die relativ geringe Menge von 80g Fruchtzucker täglich kann den Glukosestoffwechsel negativ beeinflussen und das Lipidprofil verschlechtern. In einer Schweizer Studie war dieser Effekt deutlich stärker als bei der Aufnahme gleicher Mengen an Glukose.

Dass eine fruktosereiche Ernährung die Insulinsensitivität verschlechtern kann, ist seit Längerem bekannt. Wie jetzt gezeigt wurde, genügen jedoch schon relativ geringe Mengen, um den Glukosestoffwechsel zu stören ( Aeberli et al.: Diab Care 2013 ).

Die Probanden nahmen über drei Wochen täglich drei gesüßte Drinks zu sich. Getestet wurden niedrige und höhere Fruktosegehalte. Als Vergleich dienten mit Glukose oder Sukrose gesüßte Getränke. Vor allem die höher konzentrierten Fruktose-Drinks führten zu einer deutlich geringeren Suppression der Glukoseproduktion in der Leber.

Alle fruktosehaltigen Diäten, also auch die Sukrose-Drinks, führten zudem schon innerhalb des kurzen Studienzeitraums von drei Wochen zu einem deutlichen Anstieg sowohl des LDL- als auch des Gesamtcholesterins. Die Verschlechterung des Lipidprofils bereits nach so kurzer Zeit sollte zu denken geben, so die Autoren, zumal es sich bei den Studienteilnehmern um gesunde junge Männer handelte.

Übrigens: Mit frischem Obst dürfte es schwer fallen, auf Fruktosemengen zu kommen, wie sie in der Studie erreicht wurden: Ein Apfel enthält pro 100 g etwa 6 g Fruchtzucker, bei Birnen ist es ähnlich. Höhere Konzentrationen stecken in Trockenobst: So liegt der Fruktosegehalt von 100 g Rosinen bereits bei 33 g.

springermedizin.de/CL, Ärzte Woche 4/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben