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© Getty Images/iStockphoto
Jeder zweite juvenile Typ-2-Diabetiker wird insulinpflichtig.
 
Diabetologie 23. August 2012

Rasche Krankheitsprogression

Wenn Kinder und Jugendliche Diabetes entwickeln, kann man nicht mehr a priori von einem Typ 1 ausgehen.

Alarmierende Trends wurden auf der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) berichtet: Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Diabetes.

Zwischen 2001 und 2009 wurde in den USA ein Anstieg der juvenilen Typ-1-Diabetiker um 23 Prozent sowie ein Anstieg der juvenilen Typ-2-Diabetiker um 21 Prozent registriert.

Organschäden bei 18-Jährigen

Wie Dr. Giuseppina Imperatore vom Center for Disease Control and Prevention, Atlanta, berichtet, haben Patienten mit so früher Diabetesdiagnose nicht nur ein hohes Risiko, im Laufe des noch langen Lebens Diabeteskomplikationen zu entwickeln. Bei vielen manifestieren sie sich bereits im Jugendalter: „Wir fanden bei unseren jungen Patienten bereits nachweisbare Schäden an peripheren und autonomen kardiovaskulären Nerven.“ Manche Jugendliche, vor allem solche mit Typ-2-Diabetes, wiesen bereits eine Proteinurie als Zeichen einer diabetischen Nierenschädigung auf.

Frühe Insulinpflicht

Bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes schreitet die Erkrankung schneller fort, führt früher zu Komplikationen und wird schneller insulinpflichtig. Dies folgt aus einer weiteren, beim ADA vorstellten Studie, der „Treatment Options for Typ 2 Diabetes in Adolescents and Youth Study“. In dieser Studie wurden 699 jugendliche Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen zehn und 17 Jahren in drei Gruppen behandelt und zwei bis sechs Jahre nachverfolgt.

„Die gute Nachricht ist, dass etwa die Hälfte der Kids früh und gut auf Metformin ansprechen und mit dieser Therapie dann erst einmal stabil eingestellt sind“, berichtet Phil Zeitler, Pädiater an der University of Colorado. Die anderen 50 Prozent müssen bereits nach wenigen Jahren mit Metformin plus Insulin behandelt werden. Die vorliegende Studie untersuchte zwar Rosiglitazon als Therapiealternative, das heute aber nicht mehr empfohlen werden kann.

Laut Zeitler ist es unbedingt nötig, weitere Therapiealternativen für jugendliche Typ-2-Diabetiker zu erforschen. Denn viele leiden bereits an diabetischen Komorbiditäten. Fast ein Drittel wies nach nur vierjähriger Diabetesdauer eine Hypertonie auf, 17 Prozent schieden Albumin aus, 13 Prozent zeigten Diabetes-typische Veränderungen an der Retina.

springermedizin.de , Ärzte Woche 34/2012

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