zur Navigation zum Inhalt
 
Diabetologie 26. August 2012

Fischöl kann Herztod nicht verhindern

Zu den Ergebnissen der ORIGIN-Studie, Teil 2.

Eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren („Fischöl“-Kapseln) senkte in der ORIGIN-Studie zwar die Triglyzeridwerte der Patienten – von der erhofften Reduktion der kardiovaskulären Mortalität war aber auch nach bis zu sieben Jahren Nachbeobachtung nichts zu sehen.

Eine tägliche Nahrungsergänzung mit einem Gramm Omega-3-Fettsäuren hat sich jetzt in der ORIGIN-Studie als ungeeignet erwiesen, die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bei Typ-2-Diabetes oder bei hohem Diabetes-Risiko zu senken.

In der ORIGIN-Studie „Outcome Reduction with an Initial Glargine Intervention“ ist parallel der mögliche präventive Effekt von zwei Therapiestrategien auf kardiovaskuläre Ereignisse geprüft worden: Zum Einen die des Basalinsulins Insulin glargin und zum Anderen die einer Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren.

Zur Prüfung der Supplementierungsstrategie sind 12.536 Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren und Typ-2-Diabetes (82 Prozent der Studienpopulation) oder leichteren Störungen des Glukosemetabolismus wie gestörter Nüchternblutzucker (IFG) oder gestörte Glukosetoleranz (IGT) randomisiert einer Therapie mit Omega-3-Fettsäuren (1 g pro Tag, bestehend aus 465 mg Eicosapentaensäure und 375 mg Docosahexaensäure) oder mit Plazebo (Olivenöl) zugeteilt worden. Der primäre Endpunkt der Untersuchung war die Rate der kardiovaskulär bedingten Todesfälle. Die auch im NEJM publizierten Ergebnisse hat Dr. Jackie Bosch aus Hamilton/Kanada jetzt beim Kongress der ADA vorgestellt.

Die Bilanz der Supplementierung nach sechs Jahren Nachbeobachtung: Mit 9,1 Prozent (Omega-3-Fettsäuren) und 9,3 Prozent (Placebo) waren die Raten für die kardiovaskuläre Mortalität nicht signifikant unterschiedlich.

Triglyzeride gesenkt

Auch an den Raten aller schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse (16,5 versus 16,3 Prozent) war kein Effekt der Supplementierung abzulesen. Gleiches gilt für die Endpunkte Gesamtsterberate (15,1 versus 15,4 Prozent) und Tod infolge Arrhythmien (4,6 versus 4,1 Prozent).

Einen Effekt hatte die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren allerdings doch: Die Triglyzeridwerte wurden damit im Schnitt um 14,5 mg/dl stärker gesenkt als durch Plazebo – was jedoch augenscheinlich ohne jede protektive Wirkung auf Herz und Gefäße geblieben war. 

Quelle: The ORIGIN trial investigators. n-3 fatty acids and cardiovascular outcomes in patients with dysglycemia. N Engl J Med 2012; vorgestellt beim Kongress der (ADA)

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1203859  

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben