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Krafttraining ergänzt die Wirkung eines aeroben Ausdauertrainings ideal.
 
Diabetologie 23. August 2012

Gute Gründe für mehr Bewegung

Sich regen bringt Segen. Dass dies auch für Diabetiker gilt, zeigen eine große Kohortenstudie und eine Metaanalyse. Selbst kleinere Trainingseinheiten verlängern bereits die Lebenszeit.

Um kardiovaskuläre Komplikationen und einen frühen Tod zu vermeiden, wird Diabetikern heute geraten, sich mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen, etwa bei Spaziergängen oder auf dem Rad. In einer prospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, ob Diabetespatienten gleichermaßen von regelmäßiger Bewegung profitieren, wie die Allgemeinbevölkerung.

In die EPIC-(European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition-)Studie wurden 5.859 Diabetespatienten eingeschlossen und nach ihren Freizeitgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten befragt. Zudem wurden alle seit Dezember 2010 publizierten prospektiven Studien zum Thema gesichtet und zwölf von ihnen im Rahmen der Metaanalyse ausgewertet.

Dem Tod davonlaufen

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 9,4 Jahren waren 755 Teilnehmer der Kohortenstudie verstorben, 212 von ihnen aufgrund von kardiovaskulären Ereignissen. Im Vergleich mit körperlich inaktiven Patienten mit einer Diabetes-Erkrankung schnitten Patienten, die in Beruf und Freizeit moderat körperlich aktiv waren am besten ab.

Sie hatten unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht und Diabetesmedikation gegenüber denen, die sich am wenigsten bewegten, eine um 38 Prozent niedrigere Gesamtmortalität. Ihre kardiovaskuläre Sterblichkeit war nahezu halbiert.

Bei den Freizeitaktivitäten zeigte sich ein dosisabhängiger Effekt: Je mehr Energie beim Sport, aber auch bei Spaziergängen, Radfahren, Gartenarbeit, Heimwerken oder Haushaltsarbeit verbraucht wurde, desto geringer war die Sterblichkeit. Dabei wirkten sich das Spazierengehen und das Wandern besonders positiv auf die kardiovaskuläre Mortalität aus, und dies bereits ab zwei Stunden pro Woche.

Ähnliche Ergebnisse in der Metaanalyse

Auch die Metaanalyse zeigte, trotz gewisser Inhomogenitäten zwischen den Studien, ein vergleichbares Bild: Die aktivsten Diabetiker hatten das niedrigste Sterberisiko. Die Resultate entsprechen denen der Allgemeinbevölkerung: Hier haben Studien gezeigt, dass körperliche Aktivität die Gesamtsterblichkeit um 33 Prozent und die kardiovaskuläre Mortalität um 35 Prozent senken kann.

Insgesamt zeigten sowohl die Kohortenstudie als auch die Metaanalyse, dass es sich in jedem Fall lohnt, auch Menschen mit Diabetes zu regelmäßiger körperlicher Aktivität zu motivieren. Die Argumente dafür sind unschlagbar. Angesichts der häufig geringen Bewegungslust der Patienten sei es allerdings wichtig, so die Autoren, erfolgreiche Strategien für einen aktiven Lebensstil zu entwickeln.

In einem begleitenden Editorial betont Mitchell H. Katz, Direktor des Los Angeles County Department of Health Services, dass Krafttraining die Wirkung eines aeroben Ausdauertrainings ideal ergänze.

Generell sei allerdings entscheidend, dass der Patient eine Sportart findet, die ihm Spaß macht. Denn nur dann bleibt er dauerhaft dabei – auch wenn er nicht gerade eine Olympiateilnahme anstrebt.

Literatur:

Sluik D et al.: Physical Activity and Mortality in Individuals With Diabetes Mellitus: A Prospective Study and Meta-analysis. Arch Intern Med 2012, online 6. August; doi:10.1001/archinternmed.2012.3130

Springermedizin.de , Ärzte Woche 34/2012

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