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Lebensabend im Fernsehsessel: Dem können auch übergewichtige Diabetiker entkommen.
 
Diabetologie 6. Juni 2012

Bis ins Alter mobil

So können Diabetiker vor dem Sitzenbleiben bewahrt werden.

Patienten mit Typ-2-Diabetes büßen mit dem Alter meistens noch mehr Bewegungsfähigkeit ein als Nichtdiabetiker. Durch die Reduktion von Übergewicht und die Steigerung der körperlichen Aktivität lässt sich dieser Prozess aufhalten.

 

Ob ein gesünderer Lebensstil bei übergewichtigen Patienten mit Diabetes mellitus auch die Morbidität und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann, wird derzeit in der Studie Look AHEAD untersucht. Zwischenergebnisse nach vier Jahren Laufzeit zeigen, dass die Patienten dank Gewichtsabnahme und verbesserter Fitness zumindest länger mobil bleiben.

An der Studie beteiligen sich 5.145 übergewichtige und adipöse Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 45 und 74 Jahren. Die Hälfte von ihnen wurde nach dem Zufallsprinzip einem intensiven Lebensstil-Programm zugewiesen. Es zielt darauf ab, das Körpergewicht um mehr als sieben Prozent zu reduzieren und jede Woche mehr als 175 Minuten körperlich aktiv zu sein. Die übrigen Patienten erhalten nur die übliche Schulung und Beratung.

Risiko für Mobilitätsverlust halbiert

Für die Zwischenanalyse konnten die Daten von 5.016 Patienten ausgewertet werden. Die Teilnehmer des Lebensstilprogramms hatten deutliche Erfolge vorzuweisen: Im Durchschnitt hatten sie 6,15 Prozent ihres Gewichts verloren (vs. 0,88% in der Vergleichsgruppe) und ihren wöchentlichen Kalorienverbrauch um 358 kcal erhöht (vs. 96 kcal).

Schwere Mobilitätseinschränkungen wie Schwierigkeiten mit dem Treppensteigen, Staubsaugen oder kurzen Spaziergängen waren bei ihnen seltener als bei den Patienten mit Standardversorgung (20,6 Prozent vs. 26,2%). Umgekehrt hatten sich mehr Patienten einen hohen Grad an Mobilität bewahrt, sprich, sie waren allenfalls bei anstrengenden Aktivitäten geringfügig eingeschränkt (38,5% vs. 31,9%). Insgesamt wurde das Risiko für einen Mobilitätsverlust durch die Intervention halbiert. Zu diesem Ergebnis trugen sowohl der Gewichtsverlust als auch die bessere Fitness bei. Als einzige Nebenwirkung wurde ein vermehrtes Auftreten von Muskelkater registriert.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Patienten von den Lebensstilmaßnahmen vielfach profitieren. „Mangelnde Mobilität ist ein Risikofaktor für den Beginn und das Fortschreiten der meisten chronischen Krankheiten, inklusive kardiovaskulärer Erkrankungen“, schreiben sie.

 

Quelle: springermedizin.de basierend auf: Rejeski WJ et al. Lifestyle Change and Mobility in Obese Adults with Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2012;366:1209-1217

 

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1110294%20

Springermedizin.de/bs
, Ärzte Woche 22 /2012

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