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Foto: Privat

Prof. Dr. Guntram Schernthaner Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung, Rudolfstiftung Wien.

 
Diabetologie 13. März 2012

Nonstop-Revolution in der Diabetologie

Durch optimierte Therapie leben Diabetespatienten heute länger und die Folgeerkrankungen gehen zurück.

Es ist ein großer Erfolg der Diabetologie und der intensiven Forschung auf diesem Gebiet, dass die Last der Folgeerkrankungen für die an Diabetes Erkrankten heute deutlich leichter geworden ist. Für Ärzte bleibt dennoch noch viel zu tun.

 

Mit rund 600.000 erkrankten Österreichern wird Diabetes auch in der Forschung ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die Diabetologie konnte daher in den vergangenen Jahren große Erfolge verzeichnen, etwa einen starken Rückgang der Sterblichkeitsrate bei kardiovaskulären Folgeerkrankungen. Diabetiker leben zudem heute wesentlich länger und erreichen oft ein hohes Alter (siehe Kästen 1 und 3). In den vergangenen 20 Jahren kam es weltweit zu einem deutlichen Rückgang von Gefäßerkrankungen (vaskulären Komplikationen) bei Diabetes mellitus. „Dank einer verbesserten Diabetesaufklärung und Diabetesschulung sowie einer beträchtlichen Intensivierung der medikamentösen Therapiemaßnahmen sind solche vaskulären Komplikationen bei Diabetes zurückgegangen“, so Prof. Prim. Dr. Guntram Schernthaner, Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung, Rudolfstiftung Wien, Vorstandsmitglied der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Bemerkenswert ist auch der Rückgang von dialysepflichtigen Diabetespatienten (siehe Kasten 2). Dieser Rückgang um 26 Prozent ist besonders beachtenswert, weil die Gesamtprävalenz des Typ-2-Diabetes in Österreich im letzten Jahrzehnt sogar deutlich zugenommen hat.

Ziele der Diabetesgesellschaft

Die ÖDG weist auch darauf hin, dass zwar die Zahl der Betroffenen steigt, die Anzahl der behandelnden Ärzte aber nicht. Der neue Präsident der ÖDG, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel, LKH Feldkirch, Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie: „Die Umsetzung der Therapie erfordert Kompetenz. Österreich hat in Zukunft zu wenig Experten. Mehr Ausbildungsstellen für Diabetes-Spezialisten (Additivfach für Endokrinologie und Stoffwechsel) werden dringend benötigt.“ Weiters sei es besonders relevant, allen Ärzten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen neueste Erkenntnisse der Diabetologie zu vermitteln, da jeder Arzt die erste Anlaufstelle für einen gefährdeten Patienten sein kann. Eines der zentralen Themen werde zukünftig die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine bessere Behandlung des Cholesterinstoffwechsels sein. Mit verstärkter Bewusstseinsbildungsarbeit in der Bevölkerung will die wissenschaftliche Fachgesellschaft Österreich zu einer Modellregion in der Diabetesversorgung machen.

www.oedg.at

 

  • Herr Gerhart Fabiani, 16.03.2012 um 08:05:

    „Es werden enorme Summen für die Weiterentwicklung der Therapie ausgegeben. Warum interessiert die Frage offensichtlich viel weniger: Warum gibt es immer mehr Diabetiker, warum werden sie immer jünger und wo liegt die Ursache dieser Erkrankung?
    Man könnte fast auf den Gedanken kommen, daß die Therapie wesentlich einträglicher ist, als die Prophylaxe.“

  • Herr Gerhart Fabiani, 16.03.2012 um 08:06:

    „Es werden enorme Summen für die Weiterentwicklung der Therapie ausgegeben. Warum interessiert die Frage offensichtlich viel weniger: Warum gibt es immer mehr Diabetiker, warum werden sie immer jünger und wo liegt die Ursache dieser Erkrankung?
    Man könnte fast auf den Gedanken kommen, daß die Therapie wesentlich einträglicher ist, als die Prophylaxe.“

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