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Diabetologie 11. Oktober 2011

Mehr kardiale Komplikationen

 

Diabetiker sollten auf ihr HDL-Cholesterin achten, denn niedrige HDL-Spiegel korrelieren mit kardiovaskulären Komplikationen. Präventiv sollte eine HDL-Erhöhung angestrebt, auf jeden Fall aber ein weiteres Absinken vermieden werden.

 

Niedrige Spiegel von HDL-Cholesterin sind ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Patienten mit Diabetes weisen besonders häufig Störungen des Lipidstoffwechsels auf, die auch durch niedrige HDL-Spiegel gekennzeichnet sind.

Ob die HDL-Werte von Diabetes-Patienten mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall-Komplikationen korrelieren, wurde in einer Kohortenstudie mit 30.000 Diabetes-Patienten einer US-amerikanischen Krankenkasse untersucht.

Bei allen Patienten war mindestens zweimal das HDL-Cholesterin im Abstand von im Schnitt eineinhalb Jahren bestimmt worden.

Bei 61 Prozent der Patienten blieben die HDL-Spiegel im Lauf der Studie relativ stabil. 6.500 Patienten, das sind 22 Prozent, zeigten einen HDL-Anstieg von mindestens 6,5 mg/dl. Bei 5.000 Patienten (17 Prozent) sank das HDL um mindestens 6,5 mg/dl.

HDL-Abfall erhöht Risiko

Im Lauf von etwa 4,5 Jahren wurden insgesamt 3.717 Patienten aufgrund kardiovaskulärer Komplikationen im Krankenhaus behandelt.

In einer Multivarianzanalyse, die andere Risikofaktoren berücksichtigte, zeigte sich: Ein HDL-Abfall um mindestens 6,5 mg/dl oder mehr war mit einer 11-prozentigen Risikoerhöhung für kardiovaskuläre Komplikationen verbunden, was statistisch signifikant war (p = 0,0472).

Patienten mit einem HDL-Anstieg von mindestens 6,5 mg/dl hatten hingegen eine um acht Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für solche Komplikationen (p = 0,0769). Auch die Höhe des HDL-Ausgangswerts war ein unabhängiger Prädiktor für das Auftreten von klinischen Komplikationen.

 

 

Quelle: 47. Jahrestagung der EASD (European Association for the Study of Diabetes), September 2011, Lissabon

Springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 41 /2011

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