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Foto: ©iStockphoto.com/SilviaJansen
Körperliche Bewegung senkt das Diabetes-Risiko beträchtlich. Die Aktivität ist aber nur eine von fünf Maßnahmen, die dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten.
 
Diabetologie 22. September 2011

Prävention des Typ-2-Diabetes

Drei von vier Erkrankungsfälle lassen sich durch nur fünf Maßnahmen zur gesunde Lebensführung vermeiden.

Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, mäßiger Alkoholgenuss und ein Body-Mass-Index im normalen Bereich: Jeder dieser Lebensstilfaktoren beugt einer Erkrankung mit Diabetes mellitus Typ 2 vor. Den besten Schutz haben jene Personen, die alle fünf präventiven Vorgaben erfüllen. Ihr Risiko einer Diabetes-Erkrankung liegt um 75 Prozent niedriger als das der durchschnittlichen Bevölkerung.

 

Wie sich die fünf Allgemeinmaßnahmen einzeln und zusammen auf das Diabetesrisiko auswirken, wurde in einer prospektiven Kohortenstudie auf Bevölkerungsebene untersucht. Die Studienteilnehmer, 114.996 Männer und 92.483 Frauen im Alter von 50 bis 71 Jahren, waren ausführlich zu ihrem Lebensstil befragt und über elf Jahre verfolgt worden. Im Beobachtungszeitraum entwickelten 11.031 Männer (9,6 Prozent) und 6.969 Frauen (7,5 Prozent) einen Diabetes.

Unabhängige Risikoreduktion

Das Risiko dafür wurde durch jeden der fünf genannten Lebensstilfaktoren unabhängig voneinander beeinflusst.

Am stärksten war die Korrelation zum BMI: Männer und Frauen, die anfangs normalgewichtig waren, hatten ein um 70 Prozent (OR 0,30) bzw. 78 Prozent (OR 0,22) niedrigeres Risiko als Personen mit einem BMI über 25 kg/m2.

Mit den anderen präventiven Lebensstilmaßnahmen wurde eine Risikoreduktion von 15 bis 24 Prozent (Männer) bzw. 26 bis 37 Prozent (Frauen) erreicht.

Reduktion auf knapp ein Viertel

Eine Kombination aus allen fünf Maßnahmen ließ das Diabetesrisiko im Vergleich zur übrigen Kohorte um 72 Prozent (Männer) bzw. um 84 Prozent bei den Frauen sinken.

Die allgemeinen Maßnahmen reduzierten das Diabetesrisiko zudem unabhängig davon, ob es ein oder mehrere Familienmitglieder gab, die an einem Diabetes erkrankt waren.

Jede Maßnahme lohnt

Die Unabhängigkeit des Erfolgs von der erblichen Belastung ist nach Einschätzung der Studienautoren eine wichtige Erkenntnis, weil viele Patienten fälschlicherweise davon ausgehen würden, dass aufgrund einer positiven Familienanamnese die Entstehung eines Diabetes nicht zu verhindern sei. Dasselbe ergab sich für Personen mit Übergewicht: Zwar könnten sie ihr Diabetesrisiko durch Abnehmen am besten in den Griff bekommen. Aber auch wenn das nicht gelang, machten sich die übrigen Maßnahmen mit einem verminderten Diabetesrisiko bezahlt. springermedizin.de/IS

 

Literatur: Reis JP et al. Lifestyle Factors and Risk for New-Onset Diabetes. Ann Intern Med 2011; 155: 292–299.

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