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Diabetologie 25. August 2011

Nächtlichen Atemstillständen entgegenwirken

Richtige Ernährung und körperliche Bewegung verringern Schlafapnoe bei Diabetes.

Übergewichtige mit Diabetes leiden häufig unter Schlafapnoe. Eine Lebensstiländerung mit Kalorienrestriktion und körperlichem Training verbessert die Schlafapnoe signifikant.

Obstruktive Schlafapnoe ist charakterisiert durch den wiederholten Verschluss der oberen Atemwege während des Schlafs durch Erschlaffung des Zungengrunds. Etwa ein bis zwei Prozent der Frauen und zwei bis vier Prozent der Männer leiden darunter. Ein Risikofaktor ist Übergewicht.

Wie häufig Diabetiker unter obstruktiver Schlafapnoe leiden und ob eine intensive Lebensstiländerung therapeutisch sinnvoll ist, war die Fragestellung einer Substudie der Look-AHEAD-Studie. Diese war eine Langzeitstudie mit 5.145 Typ-2-Diabetikern, bei denen im Vierjahresverlauf die Wirkung einer intensiven Lebensstiländerung auf Gewicht, Fitness, Diabetes und kardiovaskuläre Risikoparameter untersucht worden war.

In die Substudie namens Sleep-AHEAD waren 305 Patienten der Look AHEAD-Studie aufgenommen worden, die Risikofaktoren für eine Schlafapnoe aufwiesen (BMI im Schnitt 36, Gewicht 102 kg), bei denen aber bisher keine Schlafapnoe bekannt war. Diese Patienten wurden im Schlaflabor untersucht. Dabei zeigte sich die erste Überraschung: 55 Prozent der Teilnehmer mit Diabetes wiesen eine mittelgradige bis schwere Schlafapnoe auf, 32 Prozent eine milde Form. Nur zwölf Prozent schnauften nachts ohne Pausen.

Von den 264 Patienten mit Schlafapnoe waren 125 vier Jahre lang einer intensiven Lebensstilmodifikation unterzogen worden (Kalorienrestriktion auf 1.200 bis 1.800 kcal/d, mindestens 175 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche, regelmäßige Kontrolltermine). 139 Patienten waren der Kontrollgruppe zugeordnet. Diese wurde lediglich dreimal jährlich zu einer Gruppensitzung eingeladen, in der Ratschläge bezüglich Ernährung und Bewegung erteilt wurden.

Die Patienten der intensiv behandelten Gruppe verloren im ersten Jahr zehn Kilo Gewicht. Nach vier Jahren lag ihr Gewicht noch fünf Kilo unter dem Ausgangsgewicht. In der Kontrollgruppe blieb das Gewicht konstant. Der Apnoe-Hypopnoe-Index verbesserte sich in der intensiv behandelten Gruppe um vier Punkte, während er sich in der Kontrollgruppe um vier Punkte verschlechterte. 40 Prozent der intensiv behandelten, aber nur 15 Prozent der Kontroll-Patienten verbesserten ihr Schlafapnoe-Stadium. Diese Verbesserungen stellten sich im ersten Behandlungsjahr ein und gingen nicht wieder verloren, nachdem die Patienten in den Folgejahren teilweise wieder an Gewicht ­zulegten.

springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 34/2011

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