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Lancet-Studie bestätigt Qualität der Arbeit von Hausärzten.
 
Diabetologie 16. August 2011

Patientenbetreuung besser als erwartet

Eine Studie zeigt bei genauerer Betrachtung gute Ergebnisse.

Auch im hausärztlichen Bereich ist die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes inzwischen von hoher Qualität. Das lässt sich einer neuen Studie mit vorerst enttäuschend wirkenden Ergebnissen allerdings erst auf den zweiten Blick entnehmen.

 

In der ADDITION–Studie ging es um die Frage, ob durch eine frühe intensive Therapie bei Typ-2-Diabetes, die auf Veränderung multipler Risikofaktoren zielt, die Häufigkeit von kardiovaskulären Komplikationen (kardiovaskulär bedingte Todesfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Revaskularisationen, Amputationen) reduziert werden kann. Die Ergebnisse der Studie, die zeitgleich im Fachblatt The Lancet online publiziert wurde, hat Dr. Torsten Lauritzen aus Aarhus in Dänemark beim ADA-Kongress vorgestellt.

Die 342 beteiligten Hausärzte in Dänemark, Holland und Großbritannien hatten zur Aufgabe, durch systematisches Screening (Diabetesrisiko-Fragebögen, Blutzuckermessung, oraler Glukosetoleranztest) unter den Praxispatienten jene mit bislang unentdecktem Typ-2-Diabetes zu identifizieren. Die herausgefilterten 3.057 Patienten mit Diabetes wurden dann entweder einer Behandlung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten gemäß nationaler Leitlinien oder einer intensiveren Therapie, bei der noch bessere HbA1c-, Blutdruck- und Cholesterinwerte angestrebt wurden, zugeteilt. In die nach Standard behandelte Gruppe wurden 1.379 und in die intensiv behandelte Gruppe 1.678 Patienten aufgenommen.

Leitlinien gut umgesetzt

Die Beobachtungsdauer betrug im Durchschnitt rund fünf Jahre. In dieser Zeit verbesserte sich das kardiovaskuläre Risikoprofil der Diabetiker mit Blick auf Blutdruck-, Lipid- und Blutzuckerwerte in beiden Gruppen – bei den intensiver Therapie rten noch etwas stärker als in der Kontrollgruppe. Mit 7,2 Prozent (intensive Therapie) und 8,5 Prozent (Standardtherapie) war allerdings die Inzidenzrate für kardiovaskuläre Ereignisse nicht signifikant unterschiedlich. Gleiches gilt für die Gesamtsterberate (6,2 versus 6,7 Prozent). Das Studienziel wurde also nicht erreicht. Das könnte daran gelegen haben, dass die Hausärzte, so Lauritzen, „ihren Job besser als erwartet gemacht haben“. Sie hatten die Leitlinien-Empfehlungen so gut in die Praxis umgesetzt, dass der Zusatznutzen einer intensiveren Therapie relativ marginal blieb.

 

Quelle: Simon J Griffin, Torsten Lauritzen et al. Effect of early intensive multifactorial therapy on 5-year cardiovascular outcomes in individuals with type 2 diabetes detected by screening (ADDITION-Europe), Präsentation beim ADA-Kongress in San Diego.

springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 29/33/2011

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