zur Navigation zum Inhalt
 
Diabetologie 1. Juni 2011

Behandlung mit Lipidsenkern bei Typ-2-Diabetes

Insulinresistenz ist die Hauptursache für gestörte Plasmalipide bei Typ-2-Diabetes, welche sich in einer Erhöhung der Triglyzeride im Nüchtern- und im postprandialen Zustand, im Vorherrschen kleiner, dichter LDL und im Vorliegen niedriger Konzentrationen von funktionsgestörten HDL manifestieren. Die Konzentration von LDL-Cholesterin (LDL-C) ist meist im Normalbereich. Aufgrund dieses Lipidprofils schiene die Absenkung von LDL-C bei Typ-2-Diabetes nicht unbedingt die allererste Priorität zu besitzen. Allerdings haben Studien mit Statinen an >18.000 Diabetikern in den letzten 20 Jahren genau die LDL-C-Absenkung klar als erste Priorität etabliert. Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne manifeste Atherosklerose sollten ein LDL-C-Ziel von <100 mg/dl oder ein Nicht-HDL-C (NHDL-C)-Ziel von <130 mg/dl erreichen. Wenn die LDL-C-Ausgangswerte bereits mit 70–100 mg/dl relativ niedrig liegen, sollten diese dennoch um etwa 30 bis 40% abgesenkt werden. Die Mehrheit dieser Patienten wird mit Statinen von Standard-Intensität (z. B. Simvastatin 40 mg) ihr LDL-C-Ziel erreichen. Patienten mit Typ-2-Diabetes mit manifester koronarer Herzkrankheit (KHK) sollten ein LDL-C-Ziel von <70 mg/dl oder ein NHDL-C-Ziel <100 mg/dl erreichen. Eine beträchtliche Anzahl dieser Patienten wird Statine von hoher Intensität (z. B. Atorvastatin 80 mg/d oder Rosuvastatin 20–40 mg/d) zur Zielwerterreichung benötigen. Wenn dann das LDL-C-Ziel immer noch nicht erreicht wird oder wenn Statine von hoher Intensität nicht toleriert werden, ist eine Kombination von Statinen mit Ezetimib sinnvoll. Bei ausgeprägter Dyslipidämie trotz optimiertem Lebensstil und adäquater Statindosierung, sollte Pioglitazon in die antidiabetische Therapie eingebaut und Kombinationen von Statinen mit Niacin oder Fenofibrat verwendet werden. Es ist allerdings festzuhalten, dass die Evidenz einer HDL-steigernden Therapie immer noch sehr viel schwächer als die einer LDL-senkenden Therapie ist.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben