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Foto: ÖDG

Doz. Dr. Raimund Weitgasser Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft

 
Diabetologie 5. Juli 2011

Österreichische Diabetes Charta

Prävention – Betreuung – Versorgung.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) verabschiedete die Österreichische Diabetes Charta als richtungsweisendes Dokument für zukünftige Herangehensweisen gegen die Volkskrankheit Diabetes (derzeit rund 600.000 Diabetiker, Tendenz stark steigend).

 

Der Grund für das politische Manifest ist, dass sich die Diabetesepidemie in den vergangenen Jahren immer bedrohlicher entwickelt, in Europa und auch in Österreich. Das heimische Gesundheitssystem und die dafür Verantwortlichen setzen demnach auf Bundes- und Länderebene aktive Schritte zur Vorbeugung der chronischen Stoffwechselkrankheit sowie zur Verbesserung der Betreuung und medizinischen Versorgung der Erkrankten. Die entsprechenden Maßnahmen sind das politische Programm zur Umsetzung der St. Vincent Deklaration, die unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation und der internationalen Diabetesvereinigung im Oktober 1989 von den Delegierten der Länder Europas beschlossen wurde.

Bundesgesundheitsminister Stöger sowie die Länder Salzburg und Steiermark unterstützen bereits die Charta. Die anderen Bundesländer wollen sie bei der Herbstkonferenz der Landesgesundheitsreferenten diskutieren, weitere Entscheidungsträger wie die Sozialversicherungen sollen eingebunden werden.

Richtung für zukünftige politische Entscheidungen

„Die Österreichische Diabetes Charta soll einerseits wegweisend für die künftigen gesundheitspolitischen Entscheidungen in der Prävention und Behandlung des Diabetes in Österreich sein. Andererseits zeigt sie in vielen bereits bestehenden Bereichen einen vorbildlichen österreichischen Weg“, sagt Doz. Dr. Raimund Weitgasser, Präsident der ÖDG.

Das Dokument benennt die wichtigsten Handlungsfelder im Bereich Diabetes und macht Vorschläge zur Prävention, Betreuung und medikamentösen Versorgung, sowie zur Verbesserung der strukturellen Betreuung von Kindern. Die Charta betont die Bedeutung von Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils, beginnend bei der Ernährung und Bewegung von Kindern und Erwachsenen. Außerdem wird die Notwendigkeit einer österreichweiten Patientenerfassung betont und ein Bekenntnis zur verstärkten Forschungsförderung im Bereich Diabetes abgelegt.

„Die Diabetesepidemie stellt unser Gesundheitssystem vor Herausforderungen, derer sich die Öffentlichkeit zu wenig bewusst ist“, warnt Weitgasser. „Wenn die Gesundheitspolitik jetzt nicht die richtigen Weichen stellt, wird das drastische Folgen für die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems haben.“

Aufklärungsarbeit nötig

„Wir sind überzeugt, dass die Problematik des Diabetes und der damit verbundenen Krankheitsrisiken österreichweit nur koordiniert und gemeinsam angegangen werden kann. Wir müssen intelligente und effiziente Strukturen dazu schaffen. Diese sollten vorrangig darauf abzielen, Verhaltensänderungen im Lebensstil jedes Einzelnen zu fördern. Dafür betreiben wir intensive Aufklärungsarbeit und freuen uns über jedes unterstützende Engagement seitens der Politik“, so Weitgasser. 

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