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Diabetologie 25. Mai 2011

Neue Fettzellen statt Diabetes

Österreichische Forscher sind einem neuen Zugang zu Behandlungen von Übergewicht, Diabetes und Krebs auf der Spur.

Übergewichtige Menschen erkranken meist dann an Diabetes, wenn sich die Fettzellen nicht ausreichend vermehren können. Dadurch werden die vorhandenen Fettzellen immer größer. Diese großen Fettzellen sterben ab und locken Makrophagen an, welche die abgestorbenen und kranken Fettzellen beseitigen. Sie verursachen aber auch eine chronische Entzündung im Fett, die zu Leber- und Muskelverfettung führt. Die Folge davon ist Diabetes. Wie Forscher der MedUni Wien nun herausfanden, können zelltoxische T-Zellen im Fettgewebe positiven Einfluss auf Entstehung und Verlauf von Diabetes haben. Sie schütten in großen Mengen Interferon gamma (IFNg) aus, das die Vermehrung der Fettzellen fördert und damit indirekt verhindert, dass sich die bestehenden Zellen zu sehr vergrößern. Angriffspunkt in diesem Mechanismus ist der Hedgehog-Signalweg, der bereits vor einem Jahr als molekularer „Schalter“ zur Bildung von Körperfett identifiziert werden konnte. Wenn dieser Signalweg überaktiviert ist, führt das zu einem fast vollständigen Verlust von weißem Fettgewebe. Interferon gamma (IFNg) blockiert die Hedgehog-Signalübertragung. Die Fettzellen können sich vermehren, und es entstehen neue gesunde Fettzellen, auf die das überschüssige Körperfett verteilt wird. Dadurch werden die gefährliche Fettentzündung und die Folgen Diabetes, Muskel- und Leberverfettung vermindert. Beteiligt an der Studie waren Arbeitsgruppen der VetMedUni Wien, der Paracelsus Universität Salzburg sowie das Max-Planck-Institut in Freiburg. Die Autoren vermuten, dass der Signalweg auch in der Energieverwertung und Zuckerverbrennung von Fett- und Krebszellen eine wichtige Rolle spielt. „Das wäre ein völlig neuer Zugang zu Behandlungen von Übergewicht, Diabetes und Krebs“, meint Studienleiter DDr. Harald Esterbauer.

Todoric J et al.: Diabetes 2011, doi:10.2337/db10-1628

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