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Diabetologie 12. Oktober 2010

Blick in die Zukunft

Kleine RNA-Partikel könnten helfen, die Insulinresistenz zu verringern.

Beim 46. Jahrestreffen der European Association for the Study of Diabetes, das heuer vom 20. bis 24. September in Stockholm stattfand, wurden auch zukünftige Therapieoptionen diskutiert. So beschäftigen sich etwa laufende Forschungsarbeiten mit der Frage, ob Diabetes eines Tages mit Hilfe kleiner Stückchen Ribonukleinsäure behandelt werden könnte.

 

Kurze Abschnitte Ribonukleinsäure, sogenannte siRNA (small interfering RNA), könnten eines Tages auch bei der Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt werden. So Prof. Dr. Michael P. Czech von der University of Massachusetts Medical School (USA), der auf der Tagung der European Association for the Study of Diabetes erklärte, dass die Insulinresistenz diabetischer Patienten durch einen Eingriff in die durch weiße Blutkörperchen ausgelöste Entzündung reversiert werden könnte. Die Anwesenheit von Makrophagen im Fettgewebe erhöht die Expression und Sekretion von inflammatorischen Zytokinen, die wiederum die Rate, mit der Insulin den Adipozyten Fett entzieht, reduzieren.

Dabei finden sich bei adipösen Menschen mehr Makrophagen im Hüftfett als bei Schlanken und bei Insulin-resistenten, adipösen Patienten mehr als bei adipösen Personen mit normalem Ansprechen auf Insulin.

Czech und sein Team haben nun siRNA konzipiert, die auf Makrophagen zielt, um die Entzündung bei metabolischen Erkrankungen wie Diabetes zu unterdrücken. Die siRNA-Partikel zielen auf Gene, welche die Entzündung fördern, und können oral oder durch eine Injektion verabreicht werden. Im Mäuseversuch haben die RNA-Stückchen Entzündungsgene stillgelegt; Czech und Kollegen untersuchen jetzt, ob dieses Ausschalten der Gene durch siRNA in Makrophagen die Insulinresistenz bei adipösen Mäusen verringern kann. Die Forscher hoffen, dass diese Technologie irgendwann auch bei der Therapie entzündlicher Erkrankungen zum Einsatz kommt. Dazu sind allerdings noch weitere Verbesserungen der siRNA-Verpackung notwendig, ein Steigern der Wirksamkeit und die Sicherheit, dass non-spezifische und toxische Effekte ausgeschaltet wurden.

 

Quelle: EASD, Prof. Dr. Michael P. Czech, University of Massachusetts Medical School

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