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Diabetologie 21. September 2010

Man muss mehr tun!

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft startet eine Aufklärungsaktion.

Immer noch wird „der Zucker“ unterschätzt. Dabei sind bereits etwa 600.000 Österreicher an Diabetes mellitus erkrankt. 180.000 von ihnen wissen von ihrem Leiden (noch) nichts – und sehen deshalb auch keine Veranlassung, ihren Lebensstil gesünder zu gestalten. Ein verstärkter Fokus auf Früherkennung und Prävention tut Not.

 

Jeder fünfte Patient, bei dem Diabetes erstmals diagnostiziert wird, hat bereits Folgeschäden an den Blutgefäßen, an Nerven, Nieren und/oder der Netzhaut. Vermeidbare Folgeschäden, wenn Ernährungs- und Bewegungsverhalten verändert, die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Nicht nur in Österreich ist die Lage ernst. Christian Andricius von der International Diabetes Federation (IDF), Schirmorganisation von über 200 Diabetesgesellschaften in mehr als 160 Ländern, berichtete anlässlich einer Pressekonferenz der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) über die globale Bürde. Weltweit sind 285 Millionen Menschen betroffen. Die IDF ruft dazu auf, Diabetesschulung und -prävention zu verstärken. In den USA gebe es 235 Antidiabetika, so Andriciuc, die Grundsäulen der Diabetesvorsorge seien aber Ernährung und Bewegung.

Findrisk

Der Fragebogen „Findrisk“ gibt Auskunft, wie groß das individuelle Diabetesrisiko ist. Plakate, die zum Weltdiabetestag am 14. November in Apotheken, Ämtern und Ordinationen platziert werden, zeigen die vier wichtigsten Warnsignale einer Diabeteserkrankung wie häufiger Harndrang, Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit und übermäßiger Durst.

Neue Ansätze zur Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung sind dringend nötig, sagt der Präsident der ÖDG, Prim. Doz. Dr. Raimund Weitgasser. Diese reichten vom Städtebau, der Bewegung und Sport begünstigt, über die Lebensmittelindustrie bis hin zum „Sport auf Rezept“. Der vom Gesundheitsministerium initiierte „Aktionsplan Ernährung“ sollte durch eine Initiative zur Bewegung ergänzt werden, betont Weitgasser. Körperliche Bewegung bringt für sich alleine betrachtet mehr Gewichtsreduktion und positive Beeinflussung des Stoffwechsels.

Eine gute Gelegenheit ist der ÖDG-Nordic-City Walk am 17. Oktober im Wiener Prater, in Graz, Salzburg, Klagenfurt, Eisenstadt, Purgstall, Gmunden, Schwaz und Feldkirch-Altenstadt.

Übrigens – Nordic Walking ist für alle gesund, auch für Mediziner.

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 38 /2010

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