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Diabetologie 1. Juni 2010

Längerfristige Auswirkungen eines strukturierten stationären Schulungsprogramms für intensivierte Insulintherapie bei Patienten mit Diabetes Mellitus

STUDIENZIEL: Strukturierte Patientenschulungen können über die Vermittlung von Eigenkompetenz und Fachwissen an den Patienten einen positiven Einfluss auf die individuelle Krankheitsentwicklung von insulinabhängigen Diabetikern haben. Im Rahmen dieser Studie soll der Effekt eines Schulungsprogramms auf Stoffwechselparameter bei insulinabhängigem Diabetes untersucht werden. Daneben sollen mögliche Unterschiede für bestimmte Subgruppen herausgearbeitet werden.

METHODIK: In eine retrospektive longitudinale Studie wurden 81 Patienten eingeschlossen (59 Typ 1 Diabetes, 14 Typ 2 Diabetes, 8 andere Formen), die zwischen den Jahren 2003 und 2005 an einem achttägigen Schulungsprogramm an der Universitätsklinik für Innere Medizin III teilnahmen. HbA1c-, LDL-Cholesterin-, HDL-Cholesterin- und BMI-Werte wurden 0 – 15 Monate vor, sowie 0 – 5, 5 – 10 und 10 – 20 Monate nach der Schulung ermittelt.

ERGEBNISSE: Unmittelbar nach erfolgter Schulung (0 – 5 Monate) zeigte das Studienkollektiv eine vorübergehende Abnahme von HbA1c (0,2 %, 95 % CI: 0,04 – 0,37, P = 0,017) und LDL-Cholesterin (9,95 mg/dl, 95 % CI: 2,24 – 17,76, P = 0,013). Im weiteren Verlauf kehrten die Werte wieder zum Ausgangsniveau zurück. Daneben war eine kontinuierliche Verbesserung im HDL-Cholesterin feststellbar (P = 0,025). Keine zeitabhängige Veränderung zeigte sich dagegen im BMI. Eine signifikante Interaktion zwischen Beobachtungszeit und Diabetesformen (P = 0,008) in der multivariablen Analyse lässt besonders für Typ 2 Diabetiker einen Langzeit-Vorteil vermuten.

SCHLUSSFOLGERUNG: Durch strukturierte Patientenschulungen kann vorübergehend eine moderate Verbesserung im Blutzucker- und Cholesterin-Profil erreicht werden. Eine günstige Langzeit-Auswirkung wird für HDL-Cholesterin sowie bei Patienten mit Typ 2 Diabetes für HbA1c gezeigt.

Christian S. Göbl, Barbara Dobes, Anton Luger, Martin G. Bischof, Michael Krebs, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2010

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