zur Navigation zum Inhalt
Foto: Ian Ehm
Diabetespatientin Sophie Stacher beantwortete bei der Pressekonferenz die Fragen der Journalisten. Seit sie ein Jahr alt war, lebt sie mit Insulinpumpe.
 
Diabetologie 15. Juni 2010

Sparflamme für Diabetes-Kinder

Immer mehr Kinder unter 15 sind vom Typ-1-Diabetes betroffen. Die Inzidenz stieg im vergangenen Jahrzehnt deutlich an. Aus diesem Grund fordert die Österreichische Diabetes Gesellschaft die Schaffung von neuen Betreuungsstrukturen in ganz Österreich.

Zurzeit haben nicht einmal die Uni-Kliniken in Innsbruck, Graz, Wien und Salzburg annähernd eine Versorgungsstruktur, wie sie international üblich und für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes notwendig wäre. Es muss also in Österreich klar von einer medizinischen Unterversorgung gesprochen werden.

Sophie Stacher war ein Jahr alt und gedieh nicht recht. Die Diagnose lautete Diabetes mellitus Typ 1. Das Mädchen wurde mit einer Insulinpumpe versorgt und kommt gut damit zurecht. Sie ist damit nicht allein.

Seit 2008 hat sich die Inzidenz vom Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen verdoppelt, insbesondere bei Kleinkindern unter fünf Jahren. Hingegen steigt die Zahl der Fälle von Typ-2-Diabetes bei den unter 15-Jährigen nicht an (siehe Grafik).

„In Österreich fehlt es oft an Diabetesberatern und Psychologen“, meint Prof. Dr. Birgit Rami, Vorsitzende der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie und Endokrinologie. Sie erarbeitete Versorgungs-Leitlinien in Abstimmung mit anderen europäischen Ländern. Der ÖDG fordert nun den Aufbau einer neuen Betreuungsstruktur in diabetologisch spezialisierten pädiatrischen Zentren, in denen ein multidisziplinäres Team aus Kinderdiabetologen, Diabetesberater, Diätologen, Psychologen und Sozialarbeiter arbeiten soll.

Quelle: Pressekonferenz der ÖDG

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben