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Diabetologie 1. März 2010

Lipoprotein(a) als Einflussfaktor auf die Intima-Media-Dicke bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2

HINTERGRUND: Ziel dieser Studie war es, herauszufinden ob erhöhtes Serum Lipoprotein(a) (Lpa) bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 signifikant zu einem Anstieg der Intima-Media-Dicke und der Zahl der Plaques der Carotiden beiträgt und so das kardiovaskuläre Risiko dieser Patienten erhöht.

METHODEN: Bei 146 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 wurden die Lipoprotein(a)-Spiegel, die Intima-Media-Dicke und die Zahl der Plaques in den Carotiden erhoben. Die Intima-Media-Dicke und die Anzahl der Plaques wurde nach 4 Jahren Follow-up kontrolliert. Die Patienten wurden entsprechend ihrem Serum-Lipoprotein(a)-Spiegel in 2 Gruppen (> oder ≤30 mg/dl) eingeteilt. Die Intima-Media-Dicke wurde mit hochauflösendem B-Mode Ultraschall erhoben.

ERGEBNISSE: Anfangs bestand kein signifikanter Unterschied in der Intima-Media Dicke der Carotiden der beiden Gruppen. Bei der Kontrolle waren die Intima-Media-Dicken der Gruppe mit höherem Lipoprotein(a)-Spiegel signifkant höher als jene der Gruppe mit niedrigem Lipoprotein(a) Spiegel (1,24 + 0,22 vs. 1,15 + 0,17 mm; p = 0.005), Die mittlere Zunahme der Intima-Media Dicke betrug in der Gruppe mit niedrigem Lipoprotein(a) Spiegel nach 4 Jahren 0,12 mm (0,030 mm/Jahr) und in der Gruppe mit höherem Lipoprotein(a) Spiegel 0,17 mm (0,043 mm/Jahr). Die Multivarianzanalyse ergab, dass die Intima-Media Dicke nur vom Lipoprotein(a)- und nicht vom Triglyzerid- beziehungsweise vom HDL-Cholesterin-Spiegel oder dem Taille-Hüfte Quotienten abhing. Die Anzahl der Plaques unterschied sich weder bei der Erstuntersuchung noch bei der Kontrolle zwischen den beiden Gruppen signifikant (p = 0,276 respektive p = 0,355). In der Gruppe mit höherem Lipoprotein(a)-Spiegel traten mehr kardiovaskuläre Ereignisse ein als in der anderen Gruppe – der Unterschied war allerdings statistisch nicht signifikant.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse weisen daraufhin, dass Lipoprotein(a) ein unabhängiger, genetisch determinierter Risikofaktor ist, der eng mit der Zunahme der Intima-Media-Dicke bei Diabetes mellitus Typ 2 assoziiert ist.

Jozo Boras, Spomenka Ljubic, Nikica Car, Zeljko Metelko, Mladen Petrovecki, Marijana Vucic Lovrencic, Zeljko Reiner, Wiener klinische Wochenschrift 5/6/2010

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