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Bildmontage: Ärzte Woche / photos.com
Das selbstsüchtige Hirn nimmt sich, was es braucht. Störungen der Energie-Regulation führen zur Krankheit.
 
Diabetologie 30. März 2010

Egoistisches Hirn

Weil das Denkorgan vorrangig sich selbst mit Energie versorgt, wird es zum (Mit-)Täter bei der Entwicklung von Diabetes und Demenz.

Diabetes erhöht das Risiko für Schlaganfall. Die Opferrolle des Gehirns ist aber nur eine Seite der Medaille. Denn es mehren sich die Belege, dass das Denkorgan selbst zum (Mit-)Täter wird. Seine hierarchische Stellung ermöglicht es ihm, sich selbst bevorzugt mit Energie zu versorgen. Eine Störung der Regulierung könnte Diabetes mitverursachen.

Die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Demenz sind schon länger bekannt. Für Aufsehen sorgte die Entdeckung, dass nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern auch das Hirn selbst Insulin produziert. Bei einer Alzheimer-Demenz kommt es zur Verminderung dieser Insulinbildung und zu Veränderungen der Insulinrezeptoren. Aus diesem Grund wird die Alzheimer-Erkrankung von manchen Experten auch plakativ als Typ-3-Diabetes bezeichnet. Es gibt zudem Hinweise, dass dieses zerebrale Insulin und das „Insulin degrading enzyme“ eine Rolle im Stoffwechsel von Beta-Amyloid und Protein Tau – Ablagerungssubstanzen der senilen Plaques bei Alzheimer – spielen. Deshalb wird überlegt, intranasales Insulin zur Therapie von Demenz einzusetzen.

Mehr dazu:

Das Gehirn – ein egoistisches Organ

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