Bedeutung der Lipidtherapie bei Diabetes
Das LDL-Cholesterin spielt eine zentrale Rolle in der Pathogenese der Atherogenese, und die primär LDL-Cholesterin-senkenden Statine reduzieren das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit Diabetes signifikant. Das LDL-Cholesterin ist deshalb in den aktuellen Leitlinien das primäre Ziel der Lipidtherapie. Es sollten alle Patienten mit Typ-2-Diabetes ein LDL-Cholesterin <100 mg/dl erreichen, Höchstrisikopatienten mit der Kombination von Diabetes und koronarer Herzerkrankung ein LDL-Cholesterin <70 mg/dl. In Anbetracht der überwältigenden Evidenz für die Wirksamkeit der Statintherapie sollte die Senkung des LDL-Cholesterins primär durch Statine erfolgen. Bei vielen Patienten ist für eine Senkung des LDL-Cholesterins unter 70 mg/dl eine Hochdosis-Statintherapie erforderlich. Charakteristisch für Patienten mit Typ-2-Diabetes ist eine Fettstoffwechselstörung mit hohen Triglyzeriden, niedrigem HDL-Cholesterin und kleinen, atherogenen LDL-Partikeln, welche ein herausragender Prädiktor für die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit Diabetes ist. Zumindest für die Höchstrisikopatienten mit der Kombination Diabetes plus KHK erscheint deshalb – trotz der aktuell noch unvollständigen Datenlage – eine zusätzliche medikamentöse Therapie dieser diabetischen Dyslipidämie mit Nikotinsäure oder Fibraten eine erwägenswerte Option.
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