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Diabetologie 1. Jänner 2010

Diabetes und kardiovaskuläre Komplikationen

Übergewicht und Diabetes mellitus haben sich weltweit zu einer massiven Pandemie entwickelt. Dementsprechend ist auch in Österreich die Zahl der an Diabetes mellitus erkrankten Patienten mit etwa 800.000 relativ hoch. Die Hyperglykämie bewirkt zahlreiche mikro- und makrovaskuläre Spätkomplikationen, welche im Mittel zu einem Verlust von 7 bis 8 Lebensjahren führen. Diabetes gilt als wichtiger Risikofaktor für prämature Atherosklerose und koronare Herzkrankheit. Die Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen liegt bei etwa 146 Fällen pro 10.000 Patienten-Jahren. Darüber hinaus konnte bewiesen werden, dass an Diabetes mellitus erkrankten Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom ein wesentlich schlechteres Outcome als vorher gesunde Patienten haben. Analog zum kardialen Risiko, erhöht das Vorliegen eines Diabetes mellitus das Risiko einen ischämischen Insult zu erleiden um das 2- bis 5-fache. Abgesehen von kardiovaskulären Komplikationen haben auch die mikrovaskulären Komplikationen wie die diabetische Retinopathie, die diabetischen Nephropathie und die diabetische Neuropathie dramatische Folgen. Generell kann man davon ausgehen, dass nach 20 Jahren Diabetesdauer bei fast jedem Patienten eine diabetische Retinopathie diagnostiziert werden kann. Nach 10 Jahren Diabetesdauer leiden bereits 30 % der Patienten unter einer Albuminurie, ein Risikomarker für die diabetische Nephropathie, welche mit etwa 19 % die häufigste Ursache des terminalen Nierenversagens darstellt. Aufgrund der Schwere der diabetischen Spätkomplikationen ist daher eine möglichst aggressive Therapie im Sinne einer multifaktoriellen Intervention (Glykämie, Lipide und Blutdruck) anzustreben.

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