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Foto: Privat
Inge Smolek Redaktion
 
Diabetologie 13. Jänner 2010

Editorial: Diabetes- Epidemie eindämmen

 

Zuckersüß werden Konsumenten umworben, Bonbons, Softgetränke, Schokoladen oder Frühstückszerealien zu genießen. Selbst für den Zucker wird verführerisch geworben. Nur zu gerne greift der Österreicher nach diesen glücksverheißenden Produkten und versüßt sich das Leben. Fettreiche Lebensmittel tragen ebenso zu den gesundheitlichen Folgen bei.

Der Typ-2-Diabetes, so wird allseits beklagt, hat sich zur Epidemie ausgewachsen. Immer mehr Diabetikerinnen und Diabetiker müssen behandelt werden, wie viele Österreicherinnen und Österreicher von ihrem Stoffwechselproblem (noch) nichts wissen, bleibt im Dunkeln. Trotz bereits vor Jahren veröffentlichtem nationalen Diabetesbericht gibt es keine genauen Zahlen.

Das soll sich, wenn es nach den Plänen des Präsidenten der Österreichischen Diabetes Gesellschaft Doz. Dr. Raimund Weitgasser geht, bald ändern. Als Grundlage eines Österreichischen Diabetesregisters, das diesen Mangel beheben könnte, sollen die Daten dienen, die von den im Disease Management Programm „Therapie aktiv“ eingeschriebenen Patienten in Fragebögen laufend erhoben werden. Als Vorbild dient das schwedische Diabetesregister, österreichische Experten werden sich das Know how für den Aufbau des heimischen Registers in Malmö holen.

Wenn klar sein wird, wie viele Personen wirklich von der Zivilisationskrankheit betroffen sind, wie Patienten mit Diabetes in Österreich behandelt werden, wie viel körperliche Bewegung diese in ihrem Alltag unterbringen und wie hoch die Komplikationsrate ist, werden auch die Argumente stark genug für Veränderungen sein. Stark genug für Gesundheitsprogramme und unpopuläre politische Maßnahmen, wie etwa eine Einschränkung der Zuckermenge in Lebensmitteln und Getränken. Zuletzt aber, das wird man dann evaluieren können, werden die Österreicher nicht nur gesünder sein, sondern sich auch viel Geld für die Behandlung des Typ-2-Diabetes und seine Komplikationen erspart haben.

Inge Smolek, Ärzte Woche 2 /2010

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