zur Navigation zum Inhalt
 
Diabetologie 1. Dezember 2009

Nephro- und neuroprotektive Effekte von Rosiglitazon im Vergleich zu Glimepirid bei normalbuminurischen Typ 2 Diabetikern: eine randomisierte, kontrollierte Studie

HINTERGRUND: Thiazolidinedione stellen eine neue Substanzklasse dar, die den Blutzucker durch Herabsetzung der Insulinresistenz bei Patienten mit Typ 2 Diabetes senken und auf verschiedenen Ebenen eine pleiotrope Wirkung ausüben.

HAUPTZIEL DER STUDIE: Die neuro- und nephroprotektiven Effekte von Rosiglitazon wurden bei normalbuminurischen Typ 2 Diabetikern im Vergleich zu Glimepirid erhoben. Weiters wurde die Bedeutung verschiedener Biomarker bei der Diagnose einer beginnenden diabetischen Nephropathie und einer zerebralen Mikroangiopathie untersucht.

METHODEN: Insgesamt wurden 34 normalbuminurische Typ 2 Diabetiker in eine einjährige offene, randomisierte, kontrollierte Studie eingeschlossen: In der Gruppe A wurden 17 Patienten (7 Männer, 10 Frauen; mittleres Alter 63 ± 8,07 Jahre) mit Rosiglitazon und Metformin behandelt; in der Gruppe B 17 Patienten (7 Männer, 10 Frauen, mittleres Alter 63,2 ± 7,19 Jahre) mit Glimepirid plus Metformin. Alle Patienten wurden am Beginn der Studie, nach 6 Monaten und am Ende der Studie untersucht. Dabei wurden folgende Parameter erhoben: Serum und Harn β2-Mikroglobulin, Harn alpha 1-Mikroglobulin, Serum Cystatin C, Serum Kreatinin, GFR, C-reaktives Protein, Fibrinogen, HbA1c, Cholesterin, Triglyceride, Haemoglobin, sowie der Albumin: Kreatinin Quotient (AK Qu) im Harn. Außerdem wurden jeweils folgende zerebrale hämodynamische Parameter erhoben: Pulsatilitätsindex und Widerstands Index in der A carotis interna und in der Arteria cerebri media, sowie die Intima Dicke in der Arteria carotis communis.

ERGEBNISSE: Nach einem Jahr wurden bei folgenden Parametern Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden: im Serum Cystatin C (P < 0,04), im Harn Beta2-Mikroglobulin (P < 0,004), im Harn Alpha1-Mikroglobulin (P < 0,0001), im C-reaktiven Protein (P < 0,0001), im Fibrinogen (P < 0,0001), Serum Kreatinin (P < 0,0024), in der GFR (P < 0,0010), im AKQu (P < 0,0001), und in den zerebralen hämodynamischen Indizes. Der Anstieg im Alpha1-Mikroglobulin und Beta2-Mikroglobulin trat vor dem Auftreten einer Mikroalbuminurie ein. Der AKQu korrelierte mit dem Harn Alpha-1 Mikroglobulin (r = 0,4867) und dem Serum Cystatin C (r = 0,3702). Die zerebrovaskulären Parameter besserten sich in Gruppe A im Vergleich zur Gruppe B und korrelierten mit dem Harn Beta2-Mikroglobulin, dem Harn Alpha1-Mikroglobulin, dem C-reaktiven Protein, dem Fibrinogen, und der GFR.

SCHLUSSFOLGERUNG: Nach Ende der Beobachtungsperiode konnte der nephro- und neuroprotektive Effekt von Rosiglitazon bei Typ 2 Diabetikern bestätigt werden. Diese Wirkung war unabhängig von der Blutzuckersenkung. Das Alpha1- und das Beta2-Mikroglobulin im Harn sind signifikante Biomarker für eine beginnende diabetische Nephropathie und eine diabetische zerebrale Mikroangiopathie. Diese Biomarker zeigten, dass die Funktionsstörung des proximalen Tubulus vor dem Stadium der Mikroalbuminurie eintreten kann.

Ligia Petrica, Maxim Petrica, Adrian Vlad, Catalin Dragos Jianu, Gheorghe Gluhovschi, Calina Ianculescu, Victor Dumitrascu, Sorin Giju, Cristina Gluhovschi, Flaviu Bob, Sorin Ursoniu, Florica Gadalean, Silvia Velciov, Gheorghe Bozdog, Roxana Marian, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2009

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben