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Diabetologie 11. November 2009

Kommentar zu den aktualisierten Leitlinienempfehlungen der ÖDG

Die im Jahr 2007 publizierten Leit- linienempfehlungen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft wurden von einem Expertengremium entsprechend aktueller Entwicklungen und Publikationen überarbeitet und erweitert.

Von zentraler Bedeutung ist dabei die Aktualisierung der Leitlinienempfehlungen zur antidiabetischen Therapie bei Typ-2-Diabetes. Bezugnehmend auf aktuelle Studien und in Anlehnung an bereits publizierte Leitlinienempfehlungen wird entsprechend dem Ausmaß der Hyper-glykämie bei einem HbA1c Wert < 6,5 % eine initiale Therapie mit Lebensstilmodifikation empfohlen, bei einem HbA1c von 6,5-9,0 % Metformin (bzw. bei einem BMI < 22 kg/m2, Kontraindikationen gegenüber Metformin oder Unverträglichkeit mit einem Wirkstoff einer anderen antidiabetischen Substanzklasse), bei einer symptomatischen Hyperglykämie bzw. bei metabolischer Entgleisung sollte die Zuweisung zu einem Spezialisten bzw. in das Krankenhaus erfolgen. Bei Nicht-Erreichen der Zielwerte erfolgt die stufenweise Therapieerweiterung mit weiteren antidiabetischen Substanzklassen, die in alphabetischer Reihe und unter Anführung der Effekte auf den Glukophänotyp, sowie die Vor- und Nachteile, in den Leitlinienempfehlungen tabellarisch angeführt sind. Hinsichtlich des glykämischen Zielwertes wird ein HbA1c < 6,5 % empfohlen unter Hinweis auf die individuelle Zielwertadaptierung beim geriatrischen Patienten und bei Patienten mit langjährigem Typ-2-Diabetes mit klinisch manifesten Gefäßkomplikationen.

Aktualisiert wurden weitere Abschnitte der Leitlinienempfehlungen, wie jene zur Lebensstilmodifikation, Insulintherapie und zur diabetischen Neuropathie.

Erweitert wurden die Leitlinienempfehlungen durch die Schwerpunkte Gender Aspekte und den Themenbereich Immigration.

Ziel der vorliegenden Leitlinienerstellung war es, klar strukturierte Informationen praxisnahe zur umfassenden Behandlung des Diabetikers anzubieten, bei einer im Hinblick auf die individuelle Situation des einzelnen Diabetikers größtmöglich flexiblen Wahlmöglichkeit bei unterschiedlichen Therapieoptionen.

Literatur

 

(1) Österreichische Diabetes Gesellschaft (2009) Diabetes mellitus – Leitlinien für die Praxis. Überarbeitete und erweiterte Fassung 2009. Wien Klin Wochenschr 121 (Suppl 5): S1-S87

Zur Person
Prim. Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner
Interne Abteilung
Landeskrankenhaus Hochzirl
Anna-Dengl-Haus
6170 Hochzirl
Fax: ++43/5238/501-54
E-Mail:

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