zur Navigation zum Inhalt
Die International Diabetes Federation ruft dazu auf, am Weltdiabetestag diese Kerze als Banner auf Websites zu stellen. Sie wird virtuell entzündet.
 
Diabetologie 10. November 2009

Unterzuckerung bei Diabetikern verhindern

Zu wenig Glukose im Blut ist immer schädlich.

Die Hypoglykämie ist die mit Abstand am häufigsten auftretende akute Komplikation bei Diabetes mellitus. Gefährlich ist Unterzuckerung, weil diese tödlich enden oder zu Folgeschäden führen kann.

„Die Daten zeigen, dass Hypoglykämien bei bis zu zehn Prozent aller ungeklärten Todesfälle von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 verantwortlich sind“, betonte Prof. Dr. Christoph Rosak, Tagungspräsident der gemeinsamen Tagung von Deutscher Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Deutscher Adipositas-Gesellschaft (DAG) in Berlin.

Auslöser einer akuten Unterzuckerung können zu wenig Nahrung, Alkohol oder falsch eingeschätzte körperliche Aktivität sein. Langjähriger Diabetes, Alter und Nierenfunktionsstörungen erhöhen das Risiko. In den meisten Fällen ist jedoch eine Überdosierung von Diabetes-Medikamenten oder von Insulin die Ursache. „Die Hypoglykämie ist eine Nebenwirkung der Diabetes-Therapie, die zu häufig auftritt“, meinte Rosak, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Frankfurt-Sachsenhausen.

Bedrohliche Unterzuckerung

Fällt der Zuckerspiegel unter einen Wert von 50 mg/dl, liegt eine Hypoglykämie vor: Die Betroffenen haben mit sinkendem Blutzucker immer stärkere Symptome: Sie sind nervös, zittern, haben Heißhunger und Schweißausbrüche. In den Diabetes-Schulungen wird trainiert, die Symptome einer Unterzuckerung zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Im Notfall-Set geschulter Diabetiker befindet sich außerdem Glukagon, der hormonelle Gegenspieler des Insulins: Wird nicht sofort Zucker aufgenommen oder Glykagon gespritzt, verschlechtert sich der Zustand. Der Kontrollverlust nimmt zu und kann bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Mortalität durch Hypoglykämie

Eine Hypoglykämie ist immer schädlich: Studien zeigen, dass in Folge einer Unterzuckerung Demenz, Schlaganfall, Blutdruckkrisen, Herzrhythmusstörungen oder sogar plötzlicher Herzstillstand auftreten können. „Dies ist eine Erklärung für ungeklärte Todesfälle bei Diabetikern. Je nach Untersucher kann von einer Mortalität in der Hypoglykämie bei Typ-1-Diabetikern zwischen sechs und zehn Prozent der Todesfälle ausgegangen werden. Beim Typ-2-Diabetiker gibt es keine verlässlichen Daten, mit Ausnahme der Sulfonylharnstoff induzierten Hypoglykämien, bei welchen mit bis zu zehn Prozent Todesfällen gerechnet werden muss“, meinte Rosak. Bei der Tabletten- und Insulinwahl sollten Substanzen bevorzugt werden, die wenig Hypoglykämien verursachen. Dazu gehören beispielsweise Metformin, die Wirkstoffgruppe der Glitazone, Inkretinmimetika und DPP-4 Hemmer, sowie kurz- und langwirksame Insulinanalogen. Außerdem müssen Einstellungen individuell an Patienten angepasst werden.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben