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Diabetologie 9. Juli 2009

Keine Blutzuckerselbstmessung zur Lifestyle-Kontrolle

Studien liefern keine Belege für Nutzen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzen.

Neben der medikamentösen Therapie spielt bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes der Lebensstil, vor allem Ernährung und körperliche Bewegung, eine große Rolle. Da sich die Lebensstiländerung in Messwerten spiegeln kann, gehen viele Experten davon aus, dass Patienten, die sich selbst testen, die Folgen einer veränderten Ernährung oder körperlicher Aktivität früher erkennen und korrigieren. In der Folge müssten ihr Blutzucker langfristig besser eingestellt und Akut- und Langzeitkomplikationen vermindert sein – so jedenfalls die Annahme.

Patienten können eine Überzuckerung zwar mittels Urin-Teststreifen feststellen. Eine Unterzuckerung lässt sich so allerdings nicht erkennen. Diese ist zuverlässig nur durch die Blutzuckerselbstmessung möglich: Um zu überprüfen, ob sich der Nutzen von Blutzuckerselbstmessungen zur Lifestyle-Kontrolle wissenschaftlich nachweisen lässt, suchte das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des deutschen „Gemeinsamen Bundesausschusses“ nach vergleichenden Studien mit und ohne Selbstmessung. Bewertet wurde dabei die Intervention Zuckerselbstmessung als solche. Nicht bewertet wurden Schulungs- und Behandlungsprogramme, bei denen die Zuckerselbstmessung nur einen Teil der komplexen Intervention darstellte.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme fand sich kein Beleg dafür, dass nichtinsulinpflichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes von der Zuckerselbstmessung profitieren. Die Wissenschaftler fanden auch keine Belege, dass der Blut-Test gegenüber dem Urin-Test einen Zusatznutzen aufweist oder umgekehrt, das heißt, der eine oder andere Test einen Vorteil bieten würde.

Bis zum 21. Juli können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht einreichen.

 

Vorbericht: www.iqwig.de/index.559.html

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