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Arbeitsmedizin 10. Oktober 2007

Asthma durch Pestizide

Pestizide können das Risiko für berufsbedingtes Asthma stark erhöhen, wie eine US-amerikanische Studie nun zeigt. „Pestizide wurden schon früher mit Atemnot bei Bauern in Verbindung gebracht. Den Zusammenhang zwischen Pflanzenschutzmitteln und Asthma haben bislang jedoch erst
wenige Studien beleuchtet“ berichtete Studienautorin Dr. Jane Hoppin vom National Institute of Environmental Health Sciences, North Carolina, beim Jahreskongress der European Respiratory Society in Stockholm. Im Rahmen einer großangelegten Untersuchung mit 20.000 Teilnehmern wurde also auch die Lungengesundheit der US-amerikanischen Landwirte dokumentiert.
129 der Teilnehmer litten an allergischem Asthma, 323 an nicht allergischem Asthma. Eingehende Analysen ergaben, dass 12 bestimmte Pestizide das Risiko für allergisches Asthma signifikant erhöhten, 4 andere Pestizide mehrten das Risiko, an nicht allergischem Asthma zu erkranken.
Fast die Hälfte jener Pestizide, welche das Risiko für allergisches Asthma erhöhen, war zum Zeitpunkt der Untersuchung in den USA nicht mehr im Handel, sieben der gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmittel werden in den USA weithin verwendet. Eines der in den USA am meisten verwendeten Spritzmittel, Coumaphos, erhöht das Asthmarisiko um mehr als das Doppelte. Das Risiko, an nicht allergischem Asthma zu erkranken, wird durch Pestizide wie das heutzutage verbotene DDT und selten genutzte Phorat-Verbindungen erhöht. Das Pflanzenschutzmittel Malathion und petroleumbasierte Herbizide sind auch heute noch in Gebrauch und erhöhen das Risiko, an nicht allergischem Asthma zu erkranken, um 30 bis 40 Prozent. Pflanzenschutzmittel könnten demnach eine wichtige Rolle in der Entstehung von Asthma bei Landwirten spielen.

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