zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
 
Arbeitsmedizin 11. Mai 2010

Schlappe Feuerwehrleute brauchen Sport

Das nötige Training muss sich in den Dienstalltag integrieren lassen.

Übergewicht und mangelnde Fitness finden sich zunehmend auch unter Feuerwehrleuten. Diese müssen jedoch im Einsatz überaus belastbar sein, um den extremen Arbeitsbedingungen standhalten zu können. Wie das gehen kann, wurde im April in Kassel am Symposium „Feuerwehrfitness und -diagnostik" diskutiert.

 

„In vielen Kommunen liegen zwar schon Überlegungen und Ansätze zum Fitness- und Gesundheitstraining vor. Die verschiedenen Tagungsbeiträge machten jedoch deutlich, dass eine einheitliche Fitnesskonzeption sowie Standards zur Fitnessdiagnostik noch ausstehen“, resümierte Prof. Dr. Armin Kibele, Sportwissenschaftler an der Universität Kassel.

Etliche Studien zeigen jedoch, dass der Einsatz mit Atemschutz und Brandschutzkleidung eine hohe körperliche Belastung darstellt. Für unzureichend trainierte Feuerwehrleute birgt das erhebliche Risiken. So kann es zu einer Überbelastung mit schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden kommen.

Alarmiert durch die auffällige Verschlechterung des BMI und der Werte beim Belastungs-EKG, entwickelte „Schutz & Rettung Zürich“, die größte Rettungsorganisation der Schweiz, ein Gesundheitskonzept für die Berufsfeuerwehr. Inhalte sind unter anderem Schulungen zu gesunder Ernährung im Schichtdienst und eine Stunde Pflicht-Sport an jedem Arbeitstag. Für Freiwillige Feuerwehren hingegen ist eine solche Regelung problematisch: Da der Dienst in die Freizeit der Feuerwehrleute fällt, kann ein festes Sportprogramm nicht einfach verordnet werden.

Nach Einschätzung von Kibele ist Sport unter Einsatzkräften unerlässlich: „Fitness kann nur durch regelmäßiges Training sowie einheitliche Fitnessstandards erreicht werden.“ Aus wissenschaftlicher Sicht müsse zweimal wöchentlich die Ausdauer sowie einmal wöchentlich Kraft, Beweglichkeit und Koordination trainiert werden. Eine dienstrechtliche Verankerung von Sport hält Karl-Heinz Krütt, Leitender Branddirektor der Feuerwehr Kassel, jedoch nicht für den richtigen Weg. „Es sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die Feuerwehrleute zum freiwilligen Sport zu motivieren“, sagte Krütt. Das könne zum Beispiel durch das Feuerwehrfitnessabzeichen geschehen. Das geplante Abzeichen soll als Auszeichnung für gute und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit eingeführt werden.

Uni Kassel/PH, Ärzte Woche 19 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben