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Angiologie 22. November 2007

Vaskuläre Komorbiditäten

Das Irritierende an rheumatischen Erkrankungen ist, dass sie so viele Gesichter haben, die alle schwer über eine primäre
Diagnose als „rheumatisch“ zu identifizieren sind. Rheumatische Erkrankungen sind nicht nur einfache, banale Gelenk- und Muskelschmerzen, häufig sind sie generalisierte Systemerkrankungen mit verschiedenen Hauptangriffspunkten.
In der vorliegenden Ausgabe von rheuma plus möchten wir Ihnen Krankheitsbilder vorstellen, die zum rheumatischen Formenkreis zählen und gleichzeitig vorwiegend vaskuläre Begleitmanifestationen aufweisen. Diese Krankheitsbilder sind so komplex in ihrer Symptomatologie, dass sehr häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gefordert wird. Die Patienten werden oft primär auf einer angiologischen Station oder einer dermatologischen Abteilung vorgestellt. Auch kardiovaskuläre Komplikationen sind möglich, dann findet sich der Patient beim Kardiologen ein.
Vaskuläre Manifestationen verschiedener Krankheitsbilder von Diabetes bis zum Schlaganfall und Myokardinfarkt stehen im Vordergrund des medizinischen Interesses; an uns liegt es, die Aufmerksamkeit der niedergelassenen Kollegen auf die vaskulären Manifestationen rheumatischer Erkrankungen zu lenken. Als häufigste Form findet man das Raynaud-Syndrom. Daher haben wir dieses Krankheitsbild für die Diplomfortbildung ausgewählt.
Sehr häufig ist das Raynaud-Syndrom sozusagen die Eintrittspforte für verschiedene rheumatische Krankheitsbilder von uncharakteristischen Beschwerden bis zum Ausdruck eines paraneoplastischen Syndroms. Auch medikamentöse Einflüsse können ein Raynaudphänomen immitieren. Besonders die sekundären Raynaudphänomene sind sehr häufig und sollen in der Praxis immer in differenzialdiagnostische Überlegungen einbezogen werden.
Die ebenso häufigen kardiovaskulären Komorbiditäten rheumatischer Erkrankungen stellen oft schwerwiegende Komplikationen und lebensbedrohliche Manifestationen dar.
Ganz besonders möchte ich Ihr Augenmerk auf die primären systemischen Vaskulitiden und speziell auf das Antiphospholipidsyndrom lenken. Diese im rheumatischen Formenkreis ebenfalls charakteristischen Krankheitsbilder sind anfänglich sehr unklar in ihrer Symptomatologie, sollten jedoch immer ins differenzialdiagnostische Repertoire aufgenommen werden.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen ausgesuchten Kapiteln eine Anregung im Umgang mit rheumatischen Patienten geben zu können.

Mit kollegialen Grüßen

Ihr A. Dunky

Doz. Dr. Attila Dunky, rheuma plus 4/2007

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