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Angiologie 25. März 2014

56-jähriger Mann mit gleichzeitigem Vorkommen eines Leriche Syndroms und einer dilatativen Kardiomyopathie

Wir berichten über den Fall eines 56-jährigen Patienten, der sich wegen Dyspnoe und Beinschmerzen in der Notaufnahme vorstellte. Verursacht wurden die Beschwerden durch ein Leriche Syndrom und eine dekompensierte Herzinsuffizienz auf dem Boden einer dilatativen Kardiomyopathie. Durch eine Optimierung der Herzinsuffizienztherapie mit unter anderem dem Einsatz von diuretisch und antihypertensiv wirksamen Medikamenten konnte eine Rekompensation erreicht werden.
Ein Leriche Syndrom stellt eine seltene Variante der atherosklerotischen Verschlusskrankheit dar, charakterisiert durch einen kompletten Verschluss der abdominellen Aorta und/oder beider Aa. iliacae. Wenn sich die Aortenstenose über einen langen Zeitraum entwickelt, kann meist eine Kollateralenbildung beobachtet werden. Typische Symptome eines Leriche Syndroms sind Claudicatio-Schmerzen und andere Symptome verursacht durch die Unterversorgung der unteren Extremitäten, erektile Dysfunktion und Gewichtsverlust. Risikofaktoren eines Leriche Syndroms sind Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie und Rauchen. Weiterhin sind häufig Assoziationen des Syndroms zu einer chronischen Niereninsuffizienz und einer koronaren Herzkrankheit zu bemerken. Die Diagnose wird in den meisten Fällen mittels Computer-Tomographie oder Magnet-Resonanz-Tomographie gestellt. Standardtherapie ist die gefäßchirurgische Revaskularisierung.
Eine dilatative Kardiomyopathie ist ein häufiger Grund einer chronischen Herzinsuffizienz, welche sowohl durch eine koronare Herzkrankheit und eine Arterielle Hypertonie als auch durch toxische, metabolische, entzündliche und infektiöse Agens und durch vererbte Gendefekte ausgelöst werden kann.

Dr. med. Karsten Keller, Dr. med. Johannes Beule, Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Oliver Balzer, Meike Coldewey, Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Munzel, Prof. Dr. med. Wolfgang Dippold, Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Wild, Wiener klinische Wochenschrift 5/6/2014

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