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Angiologie 28. Februar 2014

Monozyten und Mikro-RNAs

Bessere Prognosemöglichkeiten mit neuen Biomarkern.

2012 waren 42,7 Prozent der Todesfälle in Österreich auf thrombotische Ereignisse aufgrund von Arteriosklerose wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zurückzuführen. Forscher der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II untersuchen nun in einem soeben gestarteten Projekt mögliche Marker, mit deren Hilfe man künftig diese Thrombosen besser prognostizieren könnte.

Die MedUni Wien-Forscher haben festgestellt, dass Monozyten neben ihrer Funktion als Abwehrzellen auch bei der Bildung von Thromben eine wichtige Rolle spielen können. „Wir konnten sehen, dass sie die Gerinnung auslösen und aktivieren können“, erklärt Prof. Dr. Johann Wojta anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) im Februar in Wien.

Monozyten-Subtypen

Weiters wurde gezeigt, dass die Monozyten nicht als eine einzelne homogene Gruppe von Zellen vorkommen, sondern dass es drei Subtypen gibt, anhand derer man möglicherweise das Risiko für ein künftiges thrombotisches Ereignis ablesen kann. Bei Patienten mit bereits bestehenden Gefäßverkalkungen konnte gezeigt werden, dass bei vermehrtem Nachweis eines bestimmten Subtyps ein deutlich erhöhtes Risiko für ein zukünftiges atherothrombotisches Ereignis bestand. Wojta: „Wir konnten zeigen, dass dieser spezielle Monozyten-Subtyp vermehrt die Thrombose-Entstehung aktivieren kann, dies ist ein völlig neuer Aspekt in der Thromboseforschung.“

Ob Monozyten-Subtypen auch bei der Entstehung von Venenthrombosen eine Rolle spielen und ob sie auch dort als Prognosemarker verwendet werden können ist allerdings noch nicht bekannt.

OP-Wahrscheinlichkeit bei Verengung der Halsschlagader

Auch für die Entwicklung einer Carotis-Stenose könnten möglicherweise Monozyten-Subtypen als Marker dienen. Die MedUni Wien-Kardiologen sind dabei, einen weiteren Marker für diese Erkrankung zu untersuchen: sogenannte Mikro-RNAs. Diese kurzen, hoch konservierten RNAs wurden bereits als Biomarker bei verschiedenen Erkrankungen identifiziert. In einem gerade beginnenden Forschungsprojekt wollen die Forscher mit Hilfe dieser Mikro-RNAs aus dem Blut von Patienten feststellen, ob die diagnostizierten Plaques auch in Zukunft asymptomatisch bleiben und nicht operativ entfernt werden müssen, oder ob eine spätere symptomatische Entwicklung zu erwarten und damit eine Operation mit den dazu gehörigen Risiken notwendig ist, um einem Schlaganfall-Ereignis vorzubeugen.

MedUni Wien/CL, Ärzte Woche 10/2014

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