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Angiologie 28. Februar 2014

Walking wirkt sofort

Ein antithrombotischer Effekt tritt bereits nach einer halben Stunde ein.

Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren, an einer Thrombose zu erkranken. Diese verstärkte Thromboseneigung ist bei übergewichtigen und adipösen Frauen und Männern gleichermaßen zu beobachten. Ein Grazer Wissenschaftlerteam konnte nun feststellen, dass bereits ein einmaliges mittelintensives Walking-Training einen positiven Effekt auf die Verringerung der Thromboseneigung bei Adipösen hat.

In Österreich erleiden rund 10.000 Menschen im Jahr eine Thrombose, wobei im schlimmsten Fall eine tödliche Lungenembolie droht. Angeborene Blutgerinnungsstörungen, aber auch hohe Cholesterin- und Triacylglycerinwerte, Diabetes, Hypertonie, Rauchen und Bewegungsmangel fördern das Entstehen einer Thrombose. „Nachweislich verstärkt Übergewicht und Adipositas sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Thromboseneigung“ erklärt Prof. Mag. Dr. Gerhard Cvirn, Institut für Physiologische Chemie, Med Uni Graz.

Die Grazer Wissenschaftler gingen der Frage nach, wie man das Thromboserisiko bei Übergewicht senken kann und machten dabei eine erstaunliche Entdeckung: „Bereits eine halbe Stunde mittelintensive Bewegung senkt das Thromboserisiko nachweislich“, berichtet Cvirn.

Der Thrombose davon laufen

An 42 adipösen Probandinnen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren untersuchten die Wissenschaftler, ob eine mittelintensive sportliche Ausdauerbelastung zur Senkung des Thromboserisikos geeignet ist.

Den Probandinnen wurde jeweils vor und nach einer Walking-Trainingseinheit (30 Minuten schnelles Gehen auf einem Laufband) Blut abgenommen. Es wurde während der Trainingseinheit darauf geachtet, dass sich die Probandinnen immer konstant unter ihrem jeweiligen Leistungsmaximum bewegten. Die Gerinnbarkeit des Blutes vor und nach dem Training wurde sowohl mit Routinemethoden als auch mit speziellen Vollblutmethoden (u. a. Thombelastometrie und Thrombographie) gemessen.

Dabei konnte ein deutlich messbarer antithrombotischer Effekt des Trainings festgehalten werden. „Die Fähigkeit des Blutes zur Gerinnselbildung war nach der Trainingseinheit signifikant geringer als vor dem Training. Außerdem konnte gezeigt werden, dass das mittelintensive Training die Fibrinolyse, also die körpereigene Fähigkeit zur Gerinnselauflösung, signifikant erhöht“, so die Grazer Wissenschaftler unisono.

Diese Studie zeigt zum ersten Mal, dass bereits ein einmaliges Walking-Training einen antithrombotischen Effekt bei adipösen, aber sonst gesunden Frauen bewirkt. Die Grazer haben mit dieser Studie auch gezeigt, dass mittelintensive Belastungen durchaus auch für die beschriebene Zielgruppe, nämlich adipöse Menschen, geeignet sind. Die Autoren postulieren, die Trainingsintensitäten bei der sportlichen Belastung zu variieren.

Originalpublikation: Lamprecht M et al.: Effects of a single bout of walking exercise on blood coagulation parameters in obese women; J Appl Physiol 2013; 115 (1): 57–63

MedUni Graz, Ärzte Woche 10/2014

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