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Plasma beeinflusst das Fließverhalten des Blutes.
 
Angiologie 18. März 2013

Blutplasma ist dicker als Wasser

Bislang wurde angenommen, dass Blutplasma wie Wasser fließt und dass die besonderen Fließeigenschaften des Blutes vor allem von den roten Blutkörperchen herrühren.

Immerhin besteht Plasma tatsächlich zu rund 92 Prozent aus Wasser. Jetzt belegen Experimentalphysiker, dass Plasma eine nicht-Newtonsche Flüssigkeit ist und den Blutfluss entscheidend beeinflusst: Plasma ist elastisch, zähflüssig und verändert wie Ketchup je nach angelegtem Druck sein Fließverhalten, wird also dünn- oder zähflüssiger. Es zeigt einen deutlich größeren Strömungswiderstand als Wasser. Außerdem wurde nachgewiesen, dass das Plasma Verwirbelungen im Blut beeinflusst. Diese könnten zum Beispiel Ablagerungen und in deren Folge etwa Thrombosen verursachen. In einem Versuch ließen die Forscher Plasma durch eine Engstelle fließen wie bei einer Gefäßverengung oder einem Stent. Sie stellten Verwirbelungen am Ende der Verengung, aber auch am Beginn der Engstelle fest, die durch die viskoelastischen Eigenschaften des Blutplasmas ausgelöst werden.

Das komplexe Fließ- und Strömungsverhalten des Blutplasmas könnte nach den neuen Erkenntnissen eine entscheidende Rolle bei Ablagerungen an Gefäßwänden, Aneurysmen oder Thrombosen spielen. Die Forschungsergebnisse könnten helfen, solche pathologischen Vorgänge am Computer zu simulieren.

Brust M et al.: Phys Rev Lett 2013; doi :10.1103/PhysRevLett.110.078305

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