zur Navigation zum Inhalt
©  Niehoff / imago
Hat die Frau Varikose, besteht auch für den Ehemann ein erhöhtes Risiko für diese Krankheit.
 
Angiologie 26. Juni 2012

Krampfadern bei Ehepaaren

Varikosis

Wenn Verwandte behandlungsbedürftige Varizen bekommen, hat man selbst ein deutlich erhöhtes Risiko, ebenfalls eines Tages wegen einer Varikosis behandelt werden zu müssen. Das bestätigt die Auswertung umfangreicher Registerdaten aus Schweden. Dass auch ein erkrankter Ehepartner das Risiko erhöht, spricht eher für den Einfluss von Umweltfaktoren.

Das Register enthält die Daten von fast 40.000 Patienten, die zwischen 1965 und 2008 wegen Varizen stationär behandelt wurden. Berechnet wurde als Maß für das Erkrankungsrisiko die Standardized Incidence Ratio (SIR) mit dem Verhältnis der beobachteten zu den erwarteten Varizenfällen. Die Zahl der erwarteten Fälle wurde dabei auf der Basis des Alters, des Geschlechts und des sozioökonomischen Status jener Patienten berechnet, die keine Angehörigen mit Varizen haben.

Die Berechnungen ergaben bei einem Studienteilnehmer mit nur einem an Varizen erkrankten Elternteil einen SIR-Wert von 2,39. Mit 2,89 lag er bei Menschen mit nur einem erkrankten Geschwister etwas höher. Waren mehrere Geschwister erkrankt oder beide Eltern, dann betrugen die SIR-Werte 5,88 und 5,52 – die Betroffenen haben also ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst eines Tages wegen einer Varikosis behandelt werden zu müssen.

Aber auch Nichtverwandte erhöhen möglicherweise, wenn auch nur leicht, das Varizenrisiko. Denn es stellte sich in der Studie heraus, dass der SIR-Wert der Ehefrauen von Männern, die wegen Varizen behandelt wurden, bei 1,69 lag, jener von den Ehemännern der an Varizen erkrankten Frauen bei 1,68. Nach Ansicht der Autoren ist das ein Hinweis darauf, dass bei der Entstehung von Varizen auch Ernährungsfaktoren und die körperliche Aktivität von Bedeutung sein könnten.

Im Zusammenhang mit dem genetischen Hintergrund der Gefäßerkrankung konnte bisher kein spezifisches Gen ausgemacht werden. Allerdings sind Mutationen im FOXC2-Gen entdeckt worden, die mit einer Schwäche der Gefäßklappen in den Beinvenen assoziiert sind.

Zöller B et al.: British Journal of Surgery 2012; 99: 948–953

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 25 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben