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© Marco Mayer / fotolia.com
Die Studienteilnehmer erhielten drei Mal täglich eine Portion Rosinen.
 
Angiologie 23. Mai 2012

Rosinen-Snack als Blutdrucksenker

Günstige Effekte auf die Gefäßfunktion sind möglicherweise durch den Gehalt an Polyphenolen, Tanninen und Antioxidantien zu erklären.

Ist der Blutdruck leicht erhöht, kann ein täglich genossener kleiner Snack anscheinend helfen – aber nur, wenn er nicht aus einem Schokoriegel, sondern aus einer Handvoll Rosinen besteht.

Schon bisher ging das Gerücht um, dass Rosinen den Blutdruck günstig beeinflussen können. Bei ihrer Literatursuche nach wissenschaftlichen Belegen für diese vermeintliche gesundheitsfördernde Wirkung ist eine US-Forschergruppe um Dr. Harold Bays aus Louisville allerdings nicht wirklich fündig geworden. Deshalb ist das Team der Sache in einer eigenen randomisierten kontrollierten Studie auf den Grund gegangen. Was dabei herausgekommen ist, erfuhren Kardiologen auf dem Kongress des American College of Cardiology in Chicago.

Für die Studie sind 46 Männer und Frauen mit leicht erhöhten („prähypertonen“) Blutdruckwerten ausgewählt und zwei Gruppen zugeteilt worden. Der Hälfte der Probanden wurde auferlegt, zwölf Wochen lang dreimal täglich eine Portion Rosinen zu essen. Die andere Hälfte sollte statt dessen kommerziell verfügbare Snacks (etwa Cracker oder Cookies) ohne Fruchtbestandteile, aber von gleichem Kaloriengehalt, verputzen.

Reduktion der systolischen und diastolischen Werte

In der „Rosinengruppe“ stellten die Untersucher nach vier, acht und zwölf Wochen eine signifikante Abnahme der systolischen Blutdruckwerte um 6,0 bis 10,2 mmHg fest. Die Messungen der diastolischen Werte ergaben Reduktionen um 2,4 bis 5,2 mmHg. Die in der Kontrollgruppe konsumierten Snacks hatten – wenig überraschend – keinen Effekt auf den Blutdruck.

Welche Ingredienzien der getrockneten Trauben könnten die beobachtete Wirkung hervorgerufen haben? Bays erinnerte daran, dass Rosinen „vollgepackt mit Kalium“ seien, das zur Blutdrucksenkung beitrage. Günstige Effekte auf die Gefäßfunktion seien möglicherweise auch durch den Gehalt an Polyphenolen, Tanninen und Antioxidantien zu erklären.

springermedizin.de/po
, Ärzte Woche 21 /2012

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