zur Navigation zum Inhalt
 
Angiologie 21. März 2012

GFÖ setzt auf Videos

"Anhand der Kurzvideos können sich Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von den operativen Behandlungsmethoden eines Bauchaortenaneurysmas machen. Zu sehen sind eine endovaskuläre und eine offene Operation. Die Eingriffe werden anschaulich und verständlich erklärt, um dem Patienten auch mögliche Ängste zu nehmen", so Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforum Österreich (GFÖ) und Vorstand der Gefäßchirurgie des Wilhelminenspitals Wien.


OP-Videos auf der Website


Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den gefährlichsten und lebensbedrohlichsten Gefäßerkrankungen. Viele Todesfälle, geschätzte 900 in Österreich, und vor allem schwere Folgeerkrankungen bei Betroffenen könnten durch umfangreiche Aufklärung und rechtzeitige Behandlung verhindert werden. Die neuen OP-Videos auf sind ein wichtiger Beitrag der im September 2011 gestarteten österreichweiten Infokampagne.

Zwei OP-Techniken im Fokus


Bei beiden Operationstechniken wird das Bauchaortenaneurysma aus dem Blutfluss genommen, der Blutdruck wirkt nicht mehr auf die kranke Gefäßwand und das Bauchaortenaneurysma kann nicht mehr platzen. Der im Video zu sehende endovaskuläre Eingriff mittels Stent ist im Normalfall unkompliziert, dauert durchschnittlich nur eineinhalb Stunden und wird in Lokalanästhesie vorgenommen. Assadian: "Bisher wurde meistens in Allgemeinnarkose operiert. Jetzt kann auch bei 80- und 90-Jährigen ein großes Bauchaortenaneurysma in Lokalanästhesie sicher behandelt werden.“


Beim Stent handelt es sich um eine Y-Prothese, bei der offenen Operation wird eine Kunststoffprothese verwendet. Die offene Operation wird in dem zweiten OP-Videoclip von Prim. PD Dr. Assadian an einem Vascular International (VI) Simulationsmodell demonstriert. Das verwendete VI Modell wird weltweit auch für praktische Trainingskurse für GefäßchirurgInnen eingesetzt.

Jeder Zehnte behandlungswürdig

Die Videos wurden am Wilhelminenspital Wien mit dessen gefäßchirurgischen Team aufgenommen. Ärzte schätzen die Zahl der an einem Bauchaortenaneurysma leidenden Österreicher auf 70.000. Davon ist jedes Zehnte behandlungswürdig. Eine offene oder endovaskuläre Therapie wird von Gefäßmediziner empfohlen, wenn bei Frauen der Durchmesser der Bauchschlagader mehr als fünf Zentimeter aufweist, bei Männern mehr als fünfeinhalb Zentimeter.


Gefährlich ist das Bauchaortenaneurysma, wenn es rupturiert. Für rund 90 Prozent der Betroffenen endet ein solcher Vorfall tödlich. Die Dunkelziffer liegt bei geschätzten 900 Todesfällen pro Jahr. Überlebende haben dabei mit gravierenden Folgen (künstlicher Darmausgang, Verlust der Nierenfunktion mit notwendiger Dialyse, Amputationen, Wundheilungsstörungen etc.) zu kämpfen.

APA/AN

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben