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Angiologie 3. Jänner 2012

Hypertonie: Österreicher unterschätzen ihr Risiko

Wie eine Studie des Instituts für Sozialmedizin der MedUni Wien ergeben hat, wissen die Österreicherinnen und Österreicher zwar gut über Bluthochdruck und die damit verbundenen Gefahren bescheid. Das Bewusstsein für das persönliche Risiko ist hingegen „extrem gering“. Die Ergebnisse wurden „American Journal of Hypertension“ veröffentlicht.

Acht Prozent der Befragten (n=1.005) gaben an, ihren Blutdruck noch nie überprüft zu haben. Jeder Dritte berichtete, in den vergangenen drei Monaten eine Blutdruckmessung durchgeführt zu haben. „Alarmierend ist vor allem, dass 61 Prozent glauben, Bluthochdruck sofort oder nach einiger Zeit selbst bemerken zu können. Dabei geht Hypertonie häufig ohne oder mit ganz wenigen Symptomen einher. Bluthochdruck ist ein ‚silent killer‘“, sagt Prof. Dr. Sabine Steiner von der Abteilung für Angiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin II, MedUni Wien.

Das persönliche Engagement in Sachen Prävention ist offenbar hierzulande viel zu wenig ausgeprägt: Gerade jüngere Menschen interessieren sich oft nicht für die eigenen Blutdruckwerte und wüssten auch gar nicht, wann diese normal wären und wann bedenklich.

Dabei sind die Risikofaktoren für Bluthochdruck wie Übergewicht und Bewegungsmangel in der Bevölkerung sehr gut bekannt und auch Herzinfarkt oder Schlaganfall wurden in der Befragung in eine starke Beziehung zur Hypertonie gesetzt.

Dagegen war nur jedem Dritten bekannt, dass es auch einen Zusammenhang zwischen Hypertonie und Nierenerkrankungen sowie Demenz gibt. Wenig bekannt ist auch, dass zu hoher Salzkonsum ein Hypertonierisiko darstellen kann.

„Ältere Menschen sind mehr sensibilisiert und messen ihren Blutdruck häufiger als die Jungen“, sagt Prof. Dr. Anita Rieder vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien.

Die Studie untersuchte das Bewusstsein der Österericherinnen und Österreicher für Risiken durch Hypertonie in den vergangenen 30 Jahren.

Die Autorinnen und Autoren plädieren für mehr Eigenverantwortung. Jeder einzelne solle sich über den eigenen Blutdruck informieren, so Rieder. Die Blutduckmessung sei darüber hinaus auch schon im Jugendalter ratsam, da eine genetische Komponente vorliegen kann. Zudem nimmt der Risikofaktor Adipositas bei Jugendlichen zu.

Studie:
„Blood Pressure Awareness in Austria: Lessons from a 30 Years Horizon.” Sabine Steiner, Thomas E. Dorner, J. George Fodor, Michael Kunze, Anita Rieder. American Journal of Hypertension 24, 408-414. doi: 10.1038/ajh.2010.257.
http://www.nature.com/ajh/journal/v24/n4/abs/ajh2010257a.html

Positionspapier der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung zu Hypertonie und Ernährung:
http://www.oege.at

MedUni Wien/PH, springermedizin.at

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