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Angiologie 14. September 2010

Stützstrümpfe werden ungern getragen

Rutschen, jucken, kratzen: Mehr als zwei Drittel befolgen die Kompressionstherapie nicht.

Eine Umfrage unter Patienten, denen wegen Venenleiden Kompressionsstrümpfe verschrieben worden waren, ergab, dass diese häufig falsch sitzen, rutschen oder einschnüren. Kein Wunder, dass die ungeliebten Beinkleider dann in der hintersten Ecke im Kasten landen. Mit einer guten Einschulung und Anpassung müsste das nicht sein.

 

Patienten mit fortgeschrittenen Venenleiden haben häufig schwere und geschwollene Beine. Kompressionstherapien mit Verbänden und Strümpfen verringern diese Symptome und senken das Risiko für lebensgefährliche Folgen des Venenleidens wie Thrombosen oder schlecht heilende Unterschenkelgeschwüre.

Allerdings wenden etwa 67 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen die empfohlene Kompressionstherapie nicht regelmäßig an. Warum, wollten die Mediziner am Venenzentrum der Ruhr-Universität Bochum RUB wissen und starteten daher eine Befragung betroffener Patienten. Heraus kam, dass nur 29 Prozent der Patienten die Kompressionsversorgung als angenehm empfinden. 59 Prozent beklagen eine Trockenheit der Haut, 33 Prozent Juckreiz an den Beinen. Bei 29 Prozent der Patienten sitzt der Kompressionsstrumpf nicht richtig, sondern rutscht oder bildet Schnürfurchen.

Gele und Lotionen helfen

„Das muss nicht so sein“, betont Sudienautor Prof. Dr. Markus Stücker. „Der perfekte Sitz lässt sich erreichen, wenn der Strumpf optimal angepasst ist. Insbesondere Kompressionsstrümpfe sollten deswegen unbedingt durch speziell ausgebildete und regelmäßig trainierte Fachkräfte angemessen werden.“

Schließlich kann Hautkomplikationen vorgebeugt werden. Spezielle Gel-Präparate, die vor dem Anziehen der Strümpfe aufgetragen werden, minimieren die mechanische Belastung der Haut durch einen Kompressionsstrumpf. Abends können Patienten rehydrierende Lotionen oder Salben auftragen und so die Regeneration der Haut über Nacht fördern. „Dann ist es nicht mehr unangenehm, den Strumpf zu tragen“, so Prof. Dr. Stücker. Dass die Strümpfe ihren Dienst tun, bescheinigen ihnen die meisten befragten Patienten ohnehin: 56,4 Prozent lobten eine gute Funktionalität.

 

Quelle: Reich-Schupke S., Murmann F., Altmeyer P., Stücker M.: Quality of life and patients’ view of compression therapy. International Angiology 2009 Oct; 28(5): 385–93

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