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Abb. 1: Das Peptid FX06 bindet an VE-cadherin, einem wichtigen Oberflächenmolekül der Endothelzelle. Dadurch wird die src Kinase fyn mobilisiert, sie transloziert zu der ‚focal adhesion kinase’ FAK und zum Protein p190RhoGAP. Diese beiden Proteine kontrol

Abb. 2: Magnetresonanzbilder von Herzen von Patienten aus der F.I.R.E-Studie. FX06 führt zur Reduktion der Größe der ‚microvascular obstruction zone’ (gelb markiert, hier fehlt komplett die Perfusion der Gefäße), der ‚necrotic core zone’ (grün, irreversibel zerstörter Herzmuskel) und der grauen Zone (lila, deren Schicksal ist noch nicht determiniert, der Herzmuskel kann gerettet oder in Narbe umgewandelt werden)

 
Angiologie 1. Oktober 2009

FX06 – ein Peptid mit entzündungshemmendem Potential

Vom Labor zur klinischen Anwendung

FX06 ist ein 28 Aminosäuren langes Peptid, es ist natürliches Spaltprodukt aus der Sequenz des Fibrins und entspricht der Sequenz Bbeta15-42. FX06 entsteht physiologischerweise durch Plasmineinwirkung auf Fibrin unter Bedingungen von Entzündung und Aktivierung der Blutgerinnung.

In ersten Arbeiten konnten wir zeigen, dass dieses Peptid eine entzündungshemmende Funktion hat. Diese konnte zur experimentellen Reduktion von Herzinfarktgrößen nach Wiedereröffnung eines Koronargefäßes genützt werden (Petzelbauer et al. Nat Med 2005).

Stabilisation der Gefäßwand

Danach konnten wir eine weitere sehr wichtige Funktion des Peptides nachweisen: es stabilisiert die Gefäßwand, reduziert Gewebsödem und verbessert die Überlebenschance in Situationen von experimentellem Schock (Gröger et al. PLoS ONE 2009). Abbildung 1 fasst den Wirkmechanismus des Peptides zusammen (Abb. 1).

Klinische Studie

In der Folge konnten wir eine europäische Multizenterstudie an Patienten mit Herzinfarkt aufsetzen (F.I.R.E.-Studie). Es wurden 234 Patienten randomisiert und plazebokontrolliert behandelt.

Reduktion der Größe des nekrotischen Areales

Die Studie zeigte signifikante Unterschiede in der Größe des nekrotischen Kerns des Infarktes (Abb. 2) und Trends in der Reduktion der Häufigkeit von Infarktkomplikationen (Atar et al. JACC 2009) (Abb. 2).

Neues Wirkprinzip

Um FX06 als Medikament für Patienten zur Verfügung stellen zu können, sind noch große Multicenter-Phase-3-Studien notwendig. Die bisherigen Daten zeigen, dass FX06 durch ein völlig neues und bisher nicht erkanntes Wirkprinzip „vasculoprotektiv“ ist und macht zuversichtlich, dass FX06 – derzeit immer noch im experimentellen Stadium – zu einem verschreibbaren Medikament entwickelt wird.

Zur Person
Prof. Dr. Peter Petzelbauer
Skin & Endothelium Research Division (SERD)
Medical University Vienna
Waehringer Guertel 18-20
1190 Vienna
Fax: ++43/1/40400-7699
E-Mail:
http://www.serd.at/

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