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Innere Medizin 8. Februar 2008

Gesunde Mischkost

Übergewichtige und adipöse Patienten mit Diabetes mellitus sollten ihr Gewicht normalisieren. Um dies dauerhaft zu erreichen, ist eine Modifikation des Ernährungsverhaltens nötig. Die Ärzte Woche bringt Auszüge der Ernährungsempfehlungen der Diabetesleitlinien der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

Typ-1- und Typ-2-Diabetiker können zwischen 45 und 60 Prozent der aufgenommenen Gesamtenergie in Form von Kohlenhydraten aufnehmen. Bei der Auswahl von kohlenhydratreichen Lebensmitteln sind der Ballaststoffgehalt und der glykämische Index zu beachten. Eine tägliche Ballaststoffaufnahme von mindestens 40 g/d bzw. 20 g/1.000 kcal/d wird empfohlen. Die Hälfte der Ballaststoffe sollte in Form von löslichen Ballaststoffen aufgenommen werden (z. B. Pektine, Inulin). Diese finden sich in Gemüse und Obst. Der Verzehr von Ballaststoffen in Form von natürlichen Lebensmitteln ist dem von ballaststoffreichen Nahrungsergänzungsmitteln vorzuziehen.
Eine vollständige Saccharoserestriktion wird heute nicht mehr gefordert. Zucker kann bei befriedigender Blutglukoseeinstellung in Form von Mono- und Disacchariden (max. 50 g/d) aufgenommen werden. Die Zuckeraufnahme sollte zehn Prozent der Gesamtenergie nicht überschreiten.

Fette

Der Anteil der täglich aufgenommenen Energie aus Fetten sollte 35 Prozent der Gesamtenergie nicht überschreiten. Darüberhinaus ist es jedoch sinnvoll, die Qualität des aufgenommenen Fettes zu modifizieren. Maximal zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr können in Form von gesättigten Fettsäuren und trans-Fettsäuren aufgenommen werden. Die Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren (PUFA) sollte ebenfalls zehn Prozent der täglichen Gesamtenergieaufnahme nicht überschreiten.
Es gibt Hinweise, dass omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure (ALA) und Fischöle) einen protektiven Effekt in der Prävention der koronaren Herzkrankheit haben. Bei Diabetikern war eine hohe Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren im Verhältnis zur Aufnahme gesättigter Fettsäuren (P/S Quotient) mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (EK III) bzw. tödliche Ereignisse (EK III) verbunden.

Spurenelemente, Vitamine

Zink ist als Co-Faktor der Superoxid-Dismutase im Radikalstoffwechsel von Bedeutung. Eine Supplementierung kann Störungen der Wundheilung positiv beeinflussen.
Chrom: Eine nicht ausreichende Chromzufuhr wird mit einer gestörten Glukosetoleranz in Verbindung gebracht. Zwei randomisierte, Placebo-kontrollierte Studien zeigten einen günstigen Effekt auf den Blutzucker.
Kalzium: Bei älteren Patienten mit Diabetes Typ 2, vor allem mit niedrigem BMI, wurde eine höhere Inzidenz für Schenkelhalsfrakturen gefunden. Eine optimale Kalzium-Resorption ist aber nur bei gleichzeitig verfügbarem Vitamin D erreichbar.
Die empfohlene Zufuhr von Vitaminen unterscheidet sich nicht von der gesunder Erwachsener. Da Diabetes mit erhöhtem oxidativem Stress verbunden ist, erscheint es möglich, dass bei schlecht kontrolliertem diabetischem Stoffwechsel der Bedarf an Antioxidantien erhöht ist.

Quelle: Wien Klin Wochenschrift 119/15-16 Springer-Verlag 2007

Dr. Karin Schindler und Prof. Dr. Bernhard Ludvik: Klin. Abteilung f. Endokrinologie und Stoffwechsel, Innere Medizin III, MedUni Wien

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