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Innere Medizin 1. Oktober 2006

Standard Interferon-alpha in Kombination mit Ribavirin bei Hepatitis C Patienten mit fortgeschritten

HINTERGRUND: Patienten mit Hepatitis C induzierter fortgeschrittener Leberzirrhose und Thrombozytopenie stellen ein schwierig zu behandelndes Patientenkollektiv dar. Bedenken hinsichtlich Effektivität und Sicherheit einer Interferon-basierten Therapie stehen potentieller Nutzen durch Abschwächung der Progression der Lebererkrankung und Hintanhalten einer Reinfektion nach erfolgter Lebertransplantation gegenüber. Wir untersuchten Effektivität und Verträglichkeit einer Therapie mit standard Interferon-alpha/Ribavirin in einschleichender Dosierung bei Patienten mit HCV-induzierter Leberzirrhose und Thrombopenie. PATIENTEN: Neun Patienten mit chronischer Hepatitis C wurden behandelt. Das Child-Pugh Stadium war A in 6 and B in 3 Patienten, der MELD score war 11 [6–17] (median [range]). Vier Patienten hatten vorher keine antivirale Therapie. HCV-Genotypen Verteilung war 1b (n = 3), 3a (n = 4) und 4 (n = 2). Die Patienten erhielten standard Interferon-alpha2b in einschleichender Dosierung (1–1.5 MU/Tag) und gewichtsadaptiert Ribavirin für 48 Wochen (HCV-1,4), 24 Wochen (HCV-3), bzw. bis zur Lebertransplantation. RESULTATE: Der Ausgangswert der Thrombozyten war 64.3 ± 8.7 (G/l, mean ± SD) und blieb bemerkenswert stabil während der Behandlung (Woche 4: 58.0 ± 12.4, Woche 8: 51.7 ± 20.5, p = 0.1). Nur ein Patient entwickelte eine ausgeprägte Thrombozytopenie (17 G/l). Alle Patienten litten unter Nebenwirkungen wie Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Drei Patienten mussten aufgrund Dekompensation bzw. Infektion hospitalisiert werden. Bei 8 der 9 Patienten wurde ein virologischer Response und bei 3 eine HCV Eradikation erzielt. Drei Patienten wurde eine Leber transplantiert. ZUSAMMENFASSUNG: Patienten mit Hepatitis C assoziierter Leberzirrhose und Thrombopenie können von einer Therapie mit Interferon-alpha/Ribavirin profitieren. Aufgrund des hohen Risikoprofils sind engmaschige Kontrollen notwendig.

Harald Hofer, Calin Gurguta, Ulrike Bergholz, Petra Steindl-Munda, Peter Ferenci, Wiener klinische Wochenschrift

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